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Kirche in WDR 4 | 14.05.2020 | 08:55 Uhr

Gott schickt nicht das Leid

Nein.

Wirklich nicht.

Ich glaube das nicht, dass Gott bei diesem Virus die Finger im Spiel hat.

Diese Frage kommt halt immer wieder auf.

Und ich halte gar nichts davon.

Ja, die Vorstellung, dass Gott uns mit Leid bestraft, ist sehr alt.

Auch in den 10 Geboten wird das so gesagt: 

Gott bestraft da den, der sich nicht an seine Regeln hält.

Und nicht nur den, sondern möglicherwiese auch seine Kinder oder Enkel. 

Also noch schlimmer: Ich halte mich nicht an die Gebote, also wird Gott nicht nur mich, sondern auch meine Kinder und deren Kinder für das bestrafen, was ich verbockt hab.

Wirklich interessant finde ich, was Jesus zu diesem Thema sagt.

Der hält nämlich auch gar nichts davon.

Im Johannesevangelium wird eine Geschichte erzählt, in der Jesus mit seinen Jüngern einen Menschen trifft, der seit seiner Geburt blind ist.

Und wenn man jetzt Krankheit oder Behinderung als Gottes Strafe deuten will, dann hat man hier echt ein Problem. Denn was -bitteschön- soll dieser Blinde denn falsch gemacht haben, bevor er überhaupt geboren worden war?!

Genau da kam offenbar die Vorstellung zum Zug, dass man seine Strafe eben auch an seine Kinder vererben kann. Die Jünger fragen Jesus also:

„Jesus - wer hat gesündigt? Er selbst oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde?“

Und die Antwort, die Jesus gibt, macht sehr deutlich, dass er nichts von einem strafenden Gott hält. Jesus sagt nämlich:

„Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.“

Also eher so: Jetzt soll endlich mal unmissverständlich klar werden, was Gott bewirken will und welche Dinge bitte Gott nicht in die Schuhe geschoben werden sollen. Und was Gott durch Jesus bewirken möchte, zeigt sich dann:

Jesus heilt den Blinden.

Und noch was. Jesus sagt nicht nur, was Gott bewirken will, sondern auch wie:

Er sagt: „Wir müssen die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat.“

Also nicht nur Jesus kann das machen, was Gott bewirken möchte, sondern wir alle sind genauso in der Lage.

Also: Wenn wir in der Corona-Krise irgendwo Gott erkennen wollen, dann bitteschön eben nicht in dem Leid, das dieses Virus auslöst. Gott hat kein Interesse daran, uns Menschen leiden zu sehen oder uns zu bestrafen.

Das, was Gott bewirken will, ist Heilung.

Und um genau diese Heilung zu bewirken, sind wir gefragt.

Ein ganz altes Gebet sagt das schon:

„Gott hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Werke zu tun.“

Wenn wir jetzt Gottes Wirken irgendwo sehen können, dann müssen wir auf die Hände und in die Herzen der Rettungskräfte, der Krankenpfleger und Ärztinnen schauen, die seit Monaten versuchen, Menschen zu retten.

Genau da, wo Menschen aus Mitgefühl und Liebe anderen Menschen helfen, da zeigt sich Gott.

Ey – ihr alle, die ihr seit Monaten Menschen behandelt und um Heilung kämpft –

das, was ihr macht ist großartig und es zeigt mir:

Gott ist diese Welt und unser Schicksal nicht egal.

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