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Sonntagskirche | 14.04.2019 | 08:55 Uhr

Gottes Lieblingstier

Einzug in Jerusalem. Ende Oktober 1898. Das deutsche Kaiserpaar reitet auf zwei weißen Schimmeln durch das Jaffator ein - Wilhelm II. mit seiner Frau Auguste Victoria -. Ordonnanzoffiziere, die kaiserliche Leibgarde, Leibdiener und sonstiger Hofstaat folgen.
21 Kanonenschläge hallen durch die Luft. Zuvor hat der hohe Gast noch haltgemacht, ist vom Pferd gestiegen, niedergekniet, hat die staubige Straße geküsst und gebetet. Er komme als Pilger in das Heilige Land, hatte Wilhelm II. vor seiner Abreise in Berlin verkündet.

Bisher hatte jeder Pilger, der Jerusalem besuchte, die Altstadt durch ein schmales Tor betreten müssen. Nun war ein Mauerstück am Jaffator herausgebrochen, und der Weg geebnet worden, bevor der deutsche Monarch anreiste.

Von jubelnden Menschen sind die Straßen gesäumt. Menschen aus aller Welt wollen sich das Schauspiel nicht entgehen lassen.

Blende. - 1900 Jahre zurück. Viele Pilger sind in Jerusalem zusammengeströmt zum Pessach, dem Passahfest. Die Juden feiern das Fest der Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. Als die große Menge hört, dass auch Jesus nach Jerusalem kommt, greifen die Menschen nach Palmzweigen, strömen ihm entgegen und rufen „Hosianna! Gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel.“

Und dann kommt er endlich. Kommt geritten. Nicht hoch zu Ross. Auf einem Esel, und ganz ohne Tross. Der Erzähler Johannes spricht sogar von einem Eselchen. Fast zufällig hat Jesus das Tier gefunden und sich da draufgesetzt. So reitet er in Jerusalem ein. Ohne Kanonendonner und große Gesten. Auf einem Eselchen - dem Lasttier der kleinen Leute.

Ist der Esel Gottes Lieblingstier?

Bei Gott hat das liebenswürdige Grautier jedenfalls eine tragende Rolle.Und jede und jeder versteht unmittelbar, was das Eselchen da in die Welt trägt, damals wie heute: Gott kommt im Unscheinbaren, Kleinen, hat Bodenberührung, ist der Erde und dem Menschen treu. Da kommt kein Machthaber mit großem Gepränge. Da reitet keiner, der sein Schäfchen ins Trockene bringt. Erst recht kein Wolf im Schafspelz. Jesus kommt nicht mit Macht und Prunk, sondern mit der Botschaft der Liebe: Einer trage des andern Last.

Leben braucht gegenseitige Lastenträger. Sonst wird es kalt und kälter auf der Erde.Zu Karfreitag, den wir in der kommenden Woche wieder begehen, hat Jesus sich Lasten auf seinen Rücken packen lassen, am Kreuz. Alle Lasten der Welt.

Ist das naiv, ja geradezu schafig, oder mutig? Zwischen Schafen und Eseln gibt es einen entscheidenden Unterschied. Schafe fliehen vor der Gefahr. Esel nicht. Sie jagen mit ihrem Schreien, mit Tritten und Bissen sogar Wölfe in die Flucht. Das ist nicht die schlechteste Art, sich vor Raubtieren zu schützen, ohne sie zu töten.

Ob Esel wohl Gottes Lieblingstiere sind?

Einen gesegneten Palmsonntag wünsche ich Ihnen.

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