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Kirche in WDR 4 | 04.06.2021 | 08:55 Uhr

Großzügig – Der verlorene Sohn

Guten Morgen!

Der Jüngere der beiden Brüder ist schon immer verwöhnt worden. Das findet jedenfalls der Ältere. Immer bekommt der Kleine, was er will. Kein Wunder, dass er das Leben nicht so richtig ernst nimmt, findet der Ältere. Und da passt es ganz gut ins Bild, dass sein kleiner Bruder eines Tages sein Erbteil vom Vater ausgezahlt haben will. Aber der Ältere sagt nichts. Auch nicht als der Vater seinem Bruder den Wunsch erfüllt. Der hat nun Geld wie Heu und geht erstmal auf Reisen, weit weg von zu Hause. Sein Geld gibt er mit vollen Händen aus. Feiert rauschende Feste. Kauft, was ihm gefällt. Frauen und schnelle Autos. Er hat unzählige Freundinnen und Freunde, ist grenzenlos großzügig, genießt es, im Mittelpunkt zu stehen. Doch irgendwann ist das Geld weg. Es wird ihm, viel zu spät, schmerzlich bewusst. Auch die Freunde wollen nun nichts mehr von ihm wissen. Er muss sich irgendeinen Job suchen, was in der momentanen Wirtschaftskrise nicht leicht ist. Schließlich findet er eine demütigende Arbeit, miserabel bezahlt. Zum ersten Mal in seinem Leben leidet er Hunger. Verwahrlost, mittellos, stinkend, so hockt er da und muss plötzlich denken: „Mein Vater hat Arbeiter genug, denen es zehnmal besser geht als mir jetzt. Was war ich doch für ein Idiot! Ich weiß nicht, ob ich noch sein Sohn sein kann. Aber wenn er mich wenigstens als Arbeiter einstellt - ich muss nach Hause.“

So macht er sich auf den Heimweg, kommt schließlich zu Hause an. Sein Vater erkennt ihn sofort. Und freut sich unbändig. „Ich habe Mist gebaut“, murmelt der Heimkehrer. „Lässt du mich für dich arbeiten?“ Aber der Vater ist so überglücklich, dass er darauf gar nicht eingeht. Er sorgt für ein warmes Bad und neue Kleidung für den Sohn. Und dann wird gefeiert. Ein großes Fest mit Essen und Trinken, Musik und Tanz.

Als der ältere Bruder das mitbekommt, wird er zornig und bleibt der Party fern. Der Vater geht zu ihm hin und redet ihm gut zu. Da bricht es aus ihm heraus: „Immer habe ich dir gehorcht. Immer war ich zuverlässig. Immer habe ich treu und brav für den Betrieb gearbeitet. Nie hast du mir Geld gegeben, damit ich mit meinen Freunden mal ein bisschen feiern konnte. Aber der da, der hat dein Vermögen mit Nutten verschleudert – und jetzt kommt er angekrochen, und schon feierst du ein Fest!“ – „Mein lieber Junge“, antwortet der Vater, „du bist doch immer bei mir. Und alles, was mir gehört, gehört auch dir. Aber jetzt lass uns feiern, wir haben allen Grund dazu. Dein Bruder war tot und ist wieder lebendig. Er war verloren und ist wiedergefunden.“

Ob das den älteren Bruder überzeugt hat? Davon verrät die Geschichte nichts. Erzählt hat sie Jesus, sie steht in der Bibel. (Die Bibel, Lukas 15,11ff)

Ich kann den älteren Sohn verstehen. Handelt der Vater nicht ungerecht? Gott ist wie dieser Vater - großzügig statt nachtragend. So freut er sich über jeden Menschen, der Schuld auf sich geladen hat und dann sein Leben ändert.

 

Dass Sie heute solche Großzügigkeit erfahren, wünscht Ihnen

Ihr Andreas Duderstedt aus Lemgo.

  

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze 

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