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Kirche in WDR 2 | 08.02.2021 | 05:55 Uhr

Grüß Gott

Sag mal, wie ist das bei Euch, fragt mich Annabelle. Etwas vorsichtig. Annabelle ist Französin und kommt aus Nantes. Wir treffen uns jeden Sommer auf Korsika beim Camping. Annabelle ist verwundert, weil die meisten deutschen Touris überhaupt nicht grüßen. Ja, ist leider so, antworte ich. Ist bestimmt nicht böse gemeint. Vielleicht können die Eure Sprache nicht oder wissen es nicht besser.

Für Franzosen ist das undenkbar: einen Raum, ein Geschäft zu betreten oder das freie Waschbecken anzusteuern - ohne zu grüßen. Bonjour! Ältere schieben sogar noch ein höfliches „Madame“ oder „Monsieur“ hinterher.

Annabelles Frage hat mich beschäftigt. Im heimischen Discounter um die Ecke werde ich meist nur noch mit „Hallo“ begrüßt. Selbst berufliche E-Mails beginnen immer wieder so. Auch ein „Hi“ habe ich schon gesichtet. Okay, das klingt irgendwie locker, aber auch distanziert. Wie könnte es anders gehen? Natürlich will ich nicht zu den Zeiten aus meinen Kindertagen zurück, als wir die Erwachsenen mit Knicks oder Diener begrüßt haben.

Aber ein „Guten Morgen“ gehört für mich immer noch zu den besseren Manieren. Auch die so genannte Karriere-Bibel rät dazu. „Guten Morgen“ weckt Sympathie, lässt sich als Gesprächsöffner nutzen und fördert das eigene Ansehen. Schließlich ist der Ruf der freundlichen Kollegin besser als der eines Miesepeters.

In Süddeutschland, Österreich oder Südtirol höre ich meist ein „Grüß Gott“ zur Begrüßung. Und antworte gerne ebenso.

Jesus hat übrigens Wert auf eine noch speziellere Begrüßung gelegt: „Wenn ihr ein Haus betretet, grüßt seine Bewohner:innen mit dem Friedensgruß.“ (Matthäus 10,12).
Also: „Friede sei mit Dir!“ Jesus hat die Jünger aufgefordert, sich so vorzustellen, wenn sie unterwegs an einer Tür klopfen und auf Essen oder Übernachtung spekulieren.

So ein Friedengruß ist auf Hebräisch oder Arabisch absolut üblich, ja alltäglich. „Schalom Alejchem“ oder „Salam Aleikum“. Der Gruß signalisiert: Ich komme friedlich. Ich will dir nichts tun. Schon toll, was zwei schlichte Worte ausdrücken können. Vielleicht testen Sie das heute Morgen mal. Was passiert, wenn sie statt „Hallo“ oder „Hi“ ein „Guten Morgen“ oder sogar ein „Grüß Gott“ über die Lippen bringen? Ich versuch‘s auch. Und grüße Sie heute Morgen mit dem Friedensgruß: „Friede sei mit Dir!“

 

 

Redaktion: Landespfarrer Dr. Titus Reinmut

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