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Kirche in WDR 5 | 25.11.2020 | 06:55 Uhr

Heimatkirchen

Heimatkirchen – Das Kölner DOMRADIO, wo ich arbeite, hatte im vergangenen Sommer eine Aktion. Alle waren aufgerufen, ein Bild von ihrer Heimatkirche zu schicken. Dazu am besten ein kurzer Text, was ihnen denn an ihrer Heimatkirche gefällt. Da kamen sehr schöne Geschichten zusammen. Manche schrieben über ihre Heimatkirche, in der sie getauft wurden, wo sie zur Erstkommunion gegangen sind und geheiratet haben und nun die Taufe ihrer eigenen Kinder miterlebt haben. Natürlich waren auch wir Redakteure aufgerufen, uns an dieser Aktion zu beteiligen.

Gar nicht so leicht für mich - mußte ich feststellen. Was war denn meine eigene Heimatkirche? Getauft, zur Erstkommunion und Firmung gegangen bin ich in einer Dorfkirche, St. Josef in Bad Waldliesborn, also Heimatkirche Nummer eins. Nach dem Tod meines Vaters zogen meine Mutter und ich in die Stadt, wo es gleich mehrere Kirchen gab. Eine davon hat in mir dann aber das Interesse an der Theologie und der Liturgie geweckt, St. Nicolai in Lippstadt, also Heimatkirche Nummer zwei. Zum Studium ging es dann nach Münster, wo noch mehrere Kirchen standen, darunter auch der Dom. Hier lernte ich meine Frau kennen und lieben. Wir besuchten gemeinsam die Gottesdienste in verschiedenen Kirchen und sagen gemeinsam im Chor. Hier gab es wohl mehrere Heimatkirchen. Und dann bin ich für eine kurze, aber sehr intensive Zeit nach Thüringen gegangen, wo ich an zwei Kirchen, die in der Stadt auf einem Berg stehen, gearbeitet habe. So sind mir auch der Erfurter Dom und die Severikirche daneben in der Zeit zur Heimat geworden. Seit nun mehr als elf Jahren lebe ich mit meiner Frau in Köln am Rhein. Da gibt es einmal die Kirche, in deren Einzugsbereich wir wohnen, St. Gereon in Merheim. Hier engagiere ich mich, besuche immer wieder die Gottesdienste. Aber dann gibt es eben auch noch die Basilika St. Aposteln in der Innenstadt, wo die Liturgie in einer besonderen Form gefeiert wird, die mich anspricht. Hier bin ich in der Kirchenmusik aktiv tätig.

Als das Domradio also im Sommer danach fragte, wurde mir klar, daß es DIE Heimatkirche für mich gar nicht gibt. Sie hat je nach Lebenssituation immer wieder gewechselt. In meiner Heimatkirche Nummer 1, damals auf dem Dorf, war ich als Meßdiener oft bei Beerdigungen. Und immer lautete der letzte Satz, bevor es von der Trauerhalle auf den Friedhof ging: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ – Dieses Zitat stammt aus dem Brief an die Hebräer, der dem Apostel Paulus oder einem seiner Mitarbeiter zugeschrieben wird.

Je mehr ich über diesen Satz nachdenke, desto mehr wird mir deutlich, wie vergänglich und episodenhaft doch manches ist, an das ich mich manchmal so gerne klammern will.

In vielen kirchlichen Texten, die vor bald 60 Jahren beim  Zweiten Vatikanischen Konzil verfaßt worden sind, ist vom „pilgernden Gottesvolk“ die Rede, das zur ewigen Heimat unterwegs ist. Ich glaube daher, daß „Heimat“ gar kein so statischer Begriff ist, sondern mehr der Dynamik unseres eigenen Lebens unterworfen. Paulus hat einmal – sinngemäß – geschrieben: Der Tempel Gottes sind wir selbst. Und so kann auch ich sagen: Meine Heimatkirche, das bin ich selbst!

Daß auch Sie Ihre eigene Heimat finden, das wünscht Ihnen Jan Hendrik Stens aus Köln.

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