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Hörmal | 26.05.2019 | 07:45 Uhr

Kostenlose Retouren

„Kostenlose Retouren“ – die Werbung eines Online-Bezahldienstes hat es durch meinen  Spamfilter geschafft. Bestellen und Zurücksenden, kein Problem. Kostet ja nichts.

So ganz stimmt das natürlich nicht. Wenn ich an die hoffnungslos verstopften Straßen denke und an  die vielen Staus, dann ist das auch die Quittung für diese Bestell- und Rücksende-Mentalität, mit der wir alles als Frachtgut hin und her schicken. Von den Mitarbeitenden im Paketdienst mal ganz zu schweigen. Die arbeiten rund um die Uhr und wissen genau, wie hoch der Preis ist, für unsere munteren Retour-Sendungen. Was ich nämlich vermeintlich spare, wird denen vom Lohn abgezogen. 

Aber der Gedanke hat was: Kostenlose Retouren. Ich schicke einfach alles zurück, was mir nicht passt. Das Handy, das doch kein Superschnäppchen ist. Die Einladung zur Verkaufsparty mit den ganz tollen Preisen. Oder der Auftrag, den mir mein Chef auf den Tisch gelegt hat: Herr König, Sie machen das schon. 

Es gibt auch Menschen, die wir gerne „zurückschicken“ würden – am liebsten auf den Mond, ohne Rückfahrticket, versteht sich. Die Klassiker sind die Schwiegermutter und der Autofahrer vor mir, der am Steuer einzuschlafen scheint.

Nun gut, bei Menschen ist das nicht so einfach mit dem Zurückschicken. Vielleicht auch nicht wirklich ganz ernst gemeint. 

Aber da gibt es etwas, das würde ich nun wirklich gerne vom Hals haben – und das ist durchaus ernst: Das sind die Sorgen, die mich immer wieder umtreiben. Bevorzugt nachts, wenn ich wach liege und nicht schlafen kann, kriechen die mir sprichwörtlich über die Bettdecke: Die Sorge um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, die Angst vor den Rechtspopulisten, die die Grundwerte unserer Gesellschaft ganz grundsätzlich in Frage stellen. Die Sorge um meine Kinder und Enkel, die irgendwo in Deutschland leben – ich kann nur von Ferne zusehen, kann kaum unterstützen, werden sie zurechtkommen? Und die ganz nahe Sorge um mein eigenes, kleines Leben. Werde ich gesund bleiben? Wie lange werde ich die Kraft haben, die beruflichen Herausforderungen zu meistern? 

Wohin mit diesen Sorgen? Wie kann ich die denn Retour schicken und vor allen Dingen an wen?

„Gebt eure Sorgen bei Gott ab. Er sorgt sich um euch.“ Ein Satz aus der Bibel, der sich so einfach anhört. Nein, einfach ist das nicht. Wenn man so will, ist das sogar eine Kunst. Die Kunst des Betens. Die will geübt sein. Die fällt keinem in den Schoß, aber jeder kann sie lernen. Ich habe sie von meiner Mutter gelernt. Sie hat ihre Sorgen regelrecht „ins Gebet genommen“. Ihre Gesundheit, ihre Kinder und Enkel, den Frieden. Mir hilft das Singen zum Beten, besonders ein Gospel: „He’s got the whole world in his hand. He’s got you and me brother, sister, in his hand. He’s got justice an peace in his hand.“ Es gibt gar nichts, was in diesem Lied keinen Platz findet. Kostenlose Retouren. Was die Sorgen angeht, kann ich dem Spruch wirklich etwas abgewinnen. Das hilft mir zuversichtlich und hoffnungsvoll in den Tag zu blicken.

 

 

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