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Kirche in WDR 5 | 26.01.2021 | 06:55 Uhr

Himmelsleiter und "Jakobsmoment" für den Betrüger

Guten Morgen.

Das erste Mal in seinem Leben ist er ganz alleine. Jakob ist auf der Flucht. Vor seinem Zwillingsbruder. Der ist einen Hauch älter. Esau heißt er. Jakob muss in der freien Wildbahn übernachten. Und wild kann man wirklich wörtlich nehmen: Es gibt Wölfe, Bären, Löwen.

Also Jakob liegt da, etwas Besseres als einen Stein als Kopfkissen hat er nicht gefunden. Aber dann träumt er. Kein normaler Traum. Ein Traum von Gott. Jakob sieht den Himmel offen. Eine Leiter reicht von oben bis auf die Erde. Engel steigen auf dieser Leiter herab und herauf. Dann kommt Gott selbst zu Jakob. Redet mit ihm. Verspricht ihm Schutz. Ein gutes und langes Leben. Und Jakob wird wieder zurück in seine Heimat kehren, aus der er gerade geflohen ist.

Wenn ich diese alte Geschichte aus der Bibel (1) höre, dann werde ich neidisch auf Jakob. So einen Traum, den hätte ich auch mal gerne.

Was hat Jakob eigentlich Besonderes gemacht? Was muss ich tun, damit ich so eine besondere Behandlung bekomme?

Wenn wir uns die ganze Geschichte von Jakob anschauen, ist die Antwort ernüchternd. Jakob hat eigentlich noch nichts in seinem Leben richtig zustande gebracht. Jakob nutzt einmal - wirklich gemein -, den großen Hunger seines älteren Zwillingsbruders Esau aus und bekommt für eine lächerliche Linsensuppe das Recht des Erstgeborenen. (2) Ganz schlimm wird es, als Jakob seinen alten, kranken und erblindeten Vater hintergeht: Er gibt sich für seinen Bruder Esau aus und lässt sich von seinem Vater segnen. So erschleicht er sich den ersten und besseren Segen seines sterbenden Vaters. (3)

Doch genau dieser Betrüger bekommt diesen wunderbaren Traum von Gott! So einer wie Jakob bekommt seinen "Jakobsmoment" und das Versprechen eines großartigen Lebens.

Bei mir regt sich jetzt mein Gerechtigkeitsempfinden. Am liebsten würde ich Gott sagen: "Das ist doch nicht fair! Der hat das nicht verdient! Das kannst du doch nicht einfach so machen, Gott!"

Doch, Gott kann und Gott macht es so. Er ist eben nicht berechnend. Er ist gnädig. Gott handelt anders als die meisten Menschen, Gott ist Liebe! Es ist ihm zwar nicht egal, was Jakob getan hat; doch Gottes Liebe hält das nicht auf.

Das Einzige was Jakob vielleicht auszeichnet: Er ist offen für Gott. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Jakob in dieser Nacht nicht gebetet hat. Und Gott hat mit so einem großartigen Traum geantwortet.

Ich glaube das ist heute immer noch so. Wir müssen nicht erst Großartiges leisten, damit wir so einen Jakobsmoment bekommen. Es reicht offen zu sein, zu hoffen, zu beten, und dann werden auch wir unsere besonderen Momente mit Gott bekommen. Vielleicht nicht sofort, vielleicht nicht so groß, aber zum absolut richtigen Zeitpunkt.

 

Davon überzeugt ist Ihr Pastor Heddo Knieper aus Soest.

 

(1) Die Bibel, 1. Mose 28,10-19a

(2) Die Bibel, 1. Mose 25, 29-34

(3) Die Bibel, 1. Mose 27, 1-46

 

 Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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