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Kirche in WDR 2 | 04.01.2020 | 05:55 Uhr

Ich bin so ein Idiot

„Ich bin so ein Idiot!“ Keine Ahnung, wie oft er diesen Satz in der letzten Zeit gedacht hat. Mittlerweile sagt er ihn manchmal schon halblaut vor sich hin. „Ich bin so ein Idiot!“

Je näher der Gerichtstermin rückt, desto klarer wird ihm, wie wahr dieser Satz ist. Er hat seine Ehe ruiniert. Seine Frau unglücklich gemacht und seine Kinder noch mehr. Dabei ist es eigentlich ganz okay gewesen bei ihnen. Natürlich gab es immer mal Stress, aber keine großen Krisen, keine Langeweile. Nichts, womit er seine Affäre rechtfertigen kann.

Das hat er auch zugeben müssen, als seine Frau alles ‘rausbekam. Er hat keine Erklärung gehabt, hat stattdessen versucht, sich zu entschuldigen, sie um Verzeihung zu bitten, um eine neue Chance. Aber es hat nicht geklappt. Und er fragt sich immer wieder: Hat er nicht die richtigen Worte gefunden? Oder gibt es da einfach keine richtigen Worte?

Seine Frau jedenfalls wird ihm das nie verzeihen. Hat sie ihm deutlich gesagt. Er kann nur hoffen, dass sie irgendwann darüber wegkommt. Sie ist ja eine starke Frau, sagt er sich immer wieder. Aber manchmal klingt es, als wolle er sich das nur einreden, um selbst besser klarzukommen.

Denn: Er kommt überhaupt nicht gut damit klar. Er weiß um seine Schuld. Wenn jetzt der Gerichtstermin kommt, dann ist es endgültig: Ihre Ehe ist am Ende, die Familie zerbrochen. Und er hat es versaut.

„Vergib uns unsere Schuld“ heißt es im „Vater Unser“. Jeden Sonntag wird dieses Gebet in allen Gottesdiensten gebetet. Von ganz vielen Menschen. Egal, wie groß die Schuld ist, die sie mit sich herumschleppen - sie alle bitten um Vergebung.

Denn wie soll man sonst weiterleben? Wenn man nicht die Chance hat, dass einem vergeben wird? Und wenn die Menschen nicht vergeben können, dann doch bitte wenigstens du, Gott!

Natürlich - wenn diese Bitte um Vergebung erfüllt wird, dann ist nicht alles automatisch wieder gut. Geschweige denn ungeschehen. Aber das Leben kann dann weitergehen. Eingetrübt zwar und beschädigt. Aber mit der Möglichkeit zum Neuanfang. Wenn nicht sofort, dann doch zumindest mit der Zeit.

Das ist es, was wir brauchen für unser Leben. Für unsere Schuld. Die Chance auf Vergebung. Und die Chance zum Neuanfang. Wir brauchen die Möglichkeit, mit unserer Schuld zu leben , ohne sie zu leugnen. Sie als Teil des eigenen Lebens zu akzeptieren. Und zu wissen: Ich bin nicht verdammt in alle Ewigkeit. Denn Gott ist mit mir gnädig.

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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