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Hörmal | 31.03.2019 | 07:45 Uhr

Intelligente Stromzähler

Die Messe E-world in Essen zeigt die neusten Trends in der Energiewirtschaft. In diesem Jahr wurden dort die intelligenten Stromzähler diskutiert. Sie können erkennen, wann ich meine Elektrogeräte einschalte und wie lange ich sie nutze. Sie erstellen ein genaues Profil meines Verhaltens: Wie oft wasche ich meine Wäsche? Wann höre ich Radio? Wann spiele ich mit meiner Konsole? Oder wie oft sauge ich Staub?

Die Stromanbieter versprechen zwei Dinge. Mit den intelligenten Stromzählern können die Stromnetze ökologisch verbessert werden. Weil die Konzerne genau wissen, wann ich wieviel Strom verbrauche. Und es soll so genannte Mehrwertdienste für uns Kunden geben. Die sollen sogar helfen, Leben zu retten.

Etwa bei der alten Dame, die jeden Morgen um sieben Uhr ihren Kaffee kocht.

Der intelligente Stromzähler weiß das natürlich. Und er merkt, wenn die Dame das plötzlich einmal nicht tut. Dann löst er einen „sozialen Alarm“ aus. Eine sms oder eine Pop-up-Mitteilung kommt auf das Smartphone der Kinder. Und die können dann bei der Dame nach dem Rechten sehen. Was für ein Segen!

Natürlich müssen wir Nutzer dafür einen Preis zahlen. Zum Beispiel die Gebühren für die Mehrwertdienste. Aber auch wenn wir diese Dienste nicht nutzen, wird unser Alltag völlig transparent. Denn für die effizienten Stromnetze der Zukunft ist es angeblich unverzichtbar, das genaue Profil meines Stromverbrauches zu kennen.

„Du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ So steht es im 139. Psalm. Ein Gebet, das sich an Gott richtet. Diesen allwissenden Gott scheint sich die Stromindustrie zum Vorbild genommen zu haben.

Meinem Gott kann ich vertrauen. Ich bin sicher, dass er es gut mit mir meint. Was immer er von mir weiß – bei ihm ist es gut aufgehoben. Natürlich will ich auch den Stromkonzernen keine bösen Absichten unterstellen. Ökologische Energienetze sind dringend nötig. Und wie schön, wenn die ohnmächtig gewordene Dame nicht unbemerkt vor ihrem Kaffeekocher liegen bleiben muss.

Aber mir fehlt das Vertrauen, dass wirklich nur Gutes mit meinen Daten geschieht. Erst recht, wenn sie an alle möglichen Mehrwert-Dienstleister weitergegeben werden. Jeder mittelmäßig begabte Hacker wird in Zukunft meinen Tagesablauf kennen. Mein alltägliches Verhalten. Wenn ich sowieso alles auf Facebook poste, kann mir das egal sein. Aber das tue ich nicht. Meine Privatsphäre ist mir etwas wert. Und ich kann doch nicht der Einzige sein! Wann kommt endlich der Aufschrei von allen, die das genau so sehen?

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