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Hörmal | 14.02.2021 | 07:45 Uhr

Jecke Zeiten: Tulpen oder Rosen?

In normalen Zeiten würden die Rheinländer heute ein kleines Dilemma haben: Tulpen oder Rosen? Heute ist Tulpensonntag UND Valentinstag. Und seiner Liebsten schenkt man natürlich am besten Rosen, aber am Tulpensonntag gibt‘s eher…klar…Tulpen…

Aber die Zeiten sind ja bekanntlich gerade nicht normal…wobei: gerade dadurch hat diese Zeit ja ziemlich viel gemein mit dem Karneval, der groß und breit dieses Jahr ausfällt, mit Schunkeln, „Bützen“, „Strüssjer“ usw.. Warum: Der Karneval ist die Zeit, wo oben unten ist, rechts ist links, der Prokurist ein Clown und der Gendarm ein Räuber. Karneval ist ja die – zumindest im Rheinland – weithin akzeptierte Zeit, die gerade nicht normal ist, sondern anders … jeck eben.

Dass diese Zeit seit dem letzten Karneval, seit Frühjahr 2020 auf ihre Art jeck ist – und das nicht nur wegen der Masken – das muss ich keinem sagen. Und mittlerweile ist den meisten das Scherzen darüber auch vergangen. Erinnern Sie sich noch, wie anfangs noch „lustige“ Videos kursierten „My, my, my my Corona“ oder Witze über Klopapier?

Das, was ich am Karneval – offen gestanden – mitunter jedes Jahr so schätze, ist, dass er irgendwann auch mal vorbei ist, und zwar am Aschermittwoch. Und das stellt sich gerade so insgesamt nicht ein. Das macht mürbe. Das „kränkt“ – so hat das vor kurzem einmal ein Sozialforscher formuliert. Die Kränkung ist die kleine Schwester der Krankheit … macht aber auf ihre Art auch angeschlagen.

Vielleicht hilft ja der Blick aus der großen Perspektive: Später, wenn das alles vorbei ist, werde ich auf diese jecke Zeit anders zurück schauen, vielleicht weniger angeschlagen als ich heute bin.

Aber: Und das schätze ich am Karneval mindestens so, wie, dass er vorbei ist – Karneval ist normalerweise immer dann, wenn gefühlt denn die Tage am zähesten sind. Wenn der Winter nur noch nervt. Ich weiß ja nicht, wie es ihnen damit geht, aber für mich liegt ein Geheimnis des Karnevals darin: Die gar oft auch schwermütigen Rheinländer schaffen es, sich mit dieser Jecken Zeit quasi selbst am Schopf aus dem Tal der Winter-Tristesse herauszuziehen.

Quasi ein Auto-Immun-Projekt gegen Schwermut. Insofern hat der Karneval für mich immer schon ein klein wenig mit Auferstehung zu tun, bevor die Fastenzeit beginnt und dann schließlich Ostern erst kommt. Und gerade könnte ich – Sie merken es – beides gut gebrauchen: ein bisschen „echten“ Karneval – und ja, auch ein bisschen mehr Auferstehung, ein bisschen mehr Ostern.

Aber: zurück zum Ausgangsdilemma: Tulpen oder Rosen? …jetzt habe ich so viel über Karneval gesprochen…daher mein Rat für heute: Rosen! Und das ganz ohne Scherz! Diese Zeit ist ja nicht nur ein Karnevals-Killer, sondern schlägt auch viele Beziehungen an. Und was ich in anderen Jahren vielleicht ziemlich kitschig finde:, seiner Partnerin, seinem Partner, an einem verordneten Tag durch die Blume zu sagen: Ich hab dich lieb! – Das können sich Paare in dieser Zeit nicht oft genug sagen. Das geht derzeit zu schnell flöten: Meine Erinnerung daran, was mich an den oder die andere bindet. Und das ist: Liebe. Blumen-Schenken: das kann eine Auto-Immun-Therapie sein für die Beziehung sein, die in dieser jecken Corona-Zeit oft genug auf die Probe gestellt wird.

Also: Ich schenke meiner Frau heute Rosen. Vielleicht auch Sie? – Ihr Blumenhändler hat dafür heute sicher offen und freut sich. Und wenn Sie ganz jeck sind: Schenken Sie gleich ein ganzes „Strüßjer“ … da kann man dann auch noch 1-2 Tulpen drin verstecken. In diesem Sinne: Bleiben Sie jeck, bleiben Sie gesund!

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