Aktuelles

Beiträge auf wdr5 

evangelisch

Kirche in WDR 5 | 29.03.2019 | 06:55 Uhr

Jugend

ATMO, Schulstreiks NRW: „Wir sind jung, wir sind laut weil man uns die Zukunft klaut!"

Die Schülerstreiks „Fridays for Future“ – Freitage für die Zukunft - faszinieren mich.
Die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg hatte die Idee dazu - inzwischen streiken in der ganzen Welt jeden Freitag hunderttausende Jugendliche für einen besseren Klimaschutz, auch hier in NRW.
In Deutschland sorgen die Proteste langsam für Unruhe. Dürfen Kinder und Jugendliche die Schule schwänzen, um demonstrieren zu gehen? Müssen die Schulbehörden nicht mit aller Härte dagegen vorgehen?

Geraten wird den Schülerinnen und Schülern: Streikt nicht zu heftig. Nicht zu laut. Am besten in eurer Freizeit, wo es keinen stört.

Wenn ich mir meine Konfirmandinnen und Konfirmanden anschaue, dann hoffe ich, dass sie solche Ratschläge gekonnt ignorieren.
Ich will, dass sie sagen dürfen, was sie bewegt. Und ich will, dass sie ernst genommen werden.

So wie der 12-jährige Jesus. Er ist seinen Eltern abgehauen. In den Tempel. Während seine Eltern ihn verzweifelt suchen, hört Jesus den Lehrern im Tempel zu und spricht selbst zu den Anwesenden. Die hören ihm gut zu. Und Jesus befragt die Erwachsenen. Hinterfragt ihre festen Meinungen. (Lukas 2,46 / Lutherbibel 2017)

Genauso wie meine Konfirmandinnen und Konfirmanden.

Wir sind zu Besuch bei einem Bestatter. Er erklärt, was alles zu einer Beerdigung gehört. Die Konfirmanden wollen von ihm genau wissen, was das alles kostet. Nach einer Weile meldet sich Tim und fragt trocken: Warum ist der Tod eigentlich so teuer?
Der Blick des Bestatters: unbezahlbar! Das hat sich bislang kaum jemand getraut, so unverhohlen diese Frage zu stellen.

Diese Frage von Tim, die war nur ein Moment von vielen, die wir miteinander erlebt haben. Aber ich habe wieder einmal gemerkt: Die Jugendlichen haben ein gutes Gespür: Sie nehmen die Wirklichkeit nicht so hin wie sie ist, sondern hinterfragen sie. Sie beobachten gut, was ihnen auf unseren Exkursionen begegnet und entwickeln kreative Lösungen, wie es anders gehen könnte.

Deshalb bin ich etwas traurig, dass die gemeinsame Zeit mit ihnen bald schon wieder vorbei ist. Ich hoffe sehr, dass sie auch noch nach der Konfirmation eine Verbindung zur Gemeinde halten. Wir brauchen sie in der Kirche, so wie unsere Gesellschaft die Schulstreiks braucht.
Und ich wünsche mir für die Kirche:
Die jungen Stimmen, die laut und motzig sind.
Die gelangweilten Gesichter, die keinen Hehl draus machen: Diese Predigt hat einfach gar nichts mit ihnen zu tun.
Die ungeduldigen Beine, wenn wir in der Kirche einfach mal wieder zu viel rumsitzen und zu wenig tun.

Auf jeden Fall kann ich mir was von ihnen abschauen.

Und wer weiß?

Vielleicht merke ich dann auch bei uns in der Kirche eine Ungeduld aufsteigen, die lauter als zuvor sagt: So geht es nicht weiter.

Wenn sich viele von dieser Bewegung „Fridays for Future“ anstecken lassen, kann sich was bewegen. Dann kann die gute Schöpfung Gottes vielleicht ein wenig aufatmen.

Es grüßt Sie, Pfarrerin Anne Wellmann aus Duisburg.

Quelle:
https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/dienstanweisung-friday-for-future-100.html

evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen