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Sonntagskirche | 01.04.2018 | 08:55 Uhr

kein Scherz!

Vor meinem Theologiestudium hatte ich eine Ausbildung zum Kaufmann absolviert. Da stand ich im ersten Lehrjahr mit meinen 17 Jahren an einem Frühlingstag und wurde kurz auf die andere Straßenseite geschickt. Ein Schreiner hatte dort einen kleinen Laden mit Eisenwaren. Mittlerweile hat der natürlich geschlossen und wurde vom Großsortiment der Baumärkte verdrängt. Damals aber, gab es dort alle erdenklichen Schrauben, Dübel und Haken die man sich nur vorstellen kann. Und dann, mein Auftrag: „Der Chef schickt mich! Eine Kupfer-Doppelankerflügelschraube mit linksdrehendem Gewinde bitte. Sie sollen es anschreiben!“ Der ältere Herr hinter der Theke blinzelte verständnisvoll über seinen Brillenrand. Er hätte einige Rückfragen, die ich erst klären sollte. Auf einem Zettel notierte er Stichworte wie „Härtegrad des Metalles“, Frostsicherheit, Außen- oder Innenverwendung. Mit diesem Zettelchen ging ich nun wieder rüber zum Chef, der seinerseits wieder Gegenfragen notierte. Alles in allem entstand eine fast vormittagsfüllende Hin- und Herrennerei, die mich fast um den Verstand brachte. Am Ende zweifelte ich an mir selber und wusste nicht, wie mir geschah und welches Spiel hier gespielt wurde. Kurz vor der Mittagspause dann die Erlösung mit dem Hinweis auf den Kalender: O man! Man hatte mich ganz schön in den April geschickt.

Heute fällt der 1. April auf den Ostersonntag und wenn ich in die Bibel schaue, entdecke ich - auf den ersten Blick zumindest – eine ähnlich absurde Szene.

Sprecher:

„Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab.

Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war. Sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht.

Während sie ratlos dastanden, traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen. Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden.“

Was für ein schlechter Scherz, werden sie vielleicht gedacht haben, die Frauen. „Ganz schön pietätlos, makaber und völlig unangebracht. Wussten diese Männer denn nicht, welches Drama sich hinter diesem Tod verbarg? Der Stein war weg, der Leichnam auch und dann diese unsinnige Bemerkung: Er ist auferstanden. Ein schlechter Scherz.

Die Frauen mussten sich eines Besseren belehren lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes hat der große Gott an diesem Ostermorgen keine Scherze gemacht. Wohl aber hat er die Welt und die Realitäten auf den Kopf gestellt. Von diesen unglaublichen Ereignissen mussten sich auch die anderen Freundinnen und Freunde Jesu erst überzeugen. Denn in der Tat: Es klingt vielleicht auch heute noch wie ein absurder Scherz, an diesem 1. April 2018, dem Ostersonntag. Auch heute wird in unseren Kirchen wieder dieselbe Botschaft verkündet. In unseren Tagen kann man es auch vielleicht dem einen oder anderen Zeitgenossen nicht verübeln, wenn er ein Fragezeichen im Gesicht hat.

Aber so verrückt es klingt: Manchmal –und vielleicht kennen sie solche Momente- passieren eben verrückte und unglaubliche Dinge im Leben, die dann ganz positiv alles auf den Kopf stellen. Das glauben Christen und das feiern sie an Ostern.

Kein Scherz! Echt nicht!

Also in diesem Sinne: Nicht „April April!“ – Sondern: Frohe Ostern.

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