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Kirche in WDR 2 | 06.10.2020 | 05:55 Uhr

Kinderbonus wegen Corona – Väter kürzen Unterhalt

Anna ist alleinerziehend. Sie arbeitet bei der Stadt und kommt mit ihren zwei Kindern gerade so über die Runden. Über den Kinderbonus wegen Corona hat sie sich gefreut. 300 Euro pro Kind in zwei Raten. Das ist viel Geld. Aber Pustekuchen. Ihr Ex sagt, die Hälfte des Geldes stehe ihm zu und kürzt den Unterhalt. Bevor Anna den Bonus überhaupt auf ihrem Konto hat. Anna versteht das überhaupt nicht. Ihre Kinder haben null Kontakt zum Vater. Seit dem Shutdown im März hat sich Anna allein um die Kinder gekümmert. Eigentlich nichts Neues. Aber wenn Kita und Schule dicht machen, eine riesige Herausforderung. Plus Kontaktsperre: Kein Spielplatz, keine Verabredungen dafür Homeschooling für die Große und Langeweile für den Kleinen. Wenn es irgend geht, arbeitet Anna zwischen all dem von zu hause. Home-office nennt sich das. Sie ist wirklich auf dem Zahnfleisch gegangen. Sie findet, der Kinderbonus steht allein ihr zu.

 

Zweites Beispiel: Christiane, 50. Ihre Töchter sind schon erwachsen. Eine studiert, die zweite macht nächstes Jahr Abi. Sie unterstützt ihre Kinder so gut es geht. Beim Bonus sind sich die drei schnell einig: Den sollen die Töchter bekommen, denn den Volljährigen steht das Kindergeld ohnehin zu. Auch hier: Pustekuchen. Christianes geschiedener Exmann beansprucht die Hälfte für sich. Auch er zieht die 300 Euro direkt vom Unterhalt ab, mit vorheriger Ansage.

 

Das kann doch nicht sein, denken Sie vielleicht. Doch, es passiert, nicht nur bei Annas und Christianes Kindern, sondern hundert-und tausendfach. Jetzt im September und Oktober, wenn die Boni ausgezahlt werden. Und es ist rechtens, sagen die Anwältinnen der Beiden. Manche finden, hier hat der Gesetzgeber gepennt. Andere meinen, das ist in Ordnung von der Systematik her. Und außerdem wird ja der steuerliche Freibetrag für allein Erziehende erhöht. Stimmt, aber wenn man ein geringes Einkommen hat oder womöglich gar keins, ist so ein Freibetrag nicht viel wert.

 

Christiane steht zu ihrem Wort. Obwohl sie viel Geld ausgegeben hat. Für ein Tablet und ein neues Notebook. Der Bonus gehört ihren Kindern und sie gleicht den Abzug des Vaters sogar aus. Vielleicht kann sie ja Überstunden machen, nur noch Sonderangebote kaufen, die Zeitung abbestellen und wieder auf Flohmärkte gehen. Wie einst als Studentin. In jedem Fall: Corona macht erfinderisch. Zumindest die Alleinerziehenden.

 

 Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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