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Kirche in WDR 2 | 25.01. 2019 | 05:55 Uhr

Kreppche luure

Einen Monat später noch von Weihnachten sprechen! Ja klar! Bis zum 2. Februar, Lichtmess genannt, dauert im Rheinland die Weihnachtszeit. Also stehen bis dann auch die Krippen in den Kirchen. Warum ist das vielen Menschen so wichtig?

Weil es im Rheinland und besonders in Köln zehn Sakramente gibt! Nicht nur die sieben, also Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung, Ehe, Priesterweihe und Krankensalbung.

Bei den Rheinländern gehen die Sakramente dann weiter. Das achte Sakrament ist gleich ein Doppeltes: „Bläsiessäje“ und „Aschekrützje“, also Blasiussegen und Aschenkreuz. Am 3. Februar ist das Fest des Heiligen Blasius. Er hat ein Kind vor dem Ersticken bewahrt, indem er ihm eine Fischgräte aus dem Hals zog. Also soll der Segen gegen Halsschmerzen und bei Erkältung helfen. Aschermittwoch gibt es das Aschenkreuz auf die Stirn zum Beginn der Fastenzeit.

Das neunte kölsche Sakrament ist etwas für faule Kirchgänger: Tant em Kluster. Wenn eine Tante Ordensschwester ist und eifrig betet, kann man selbst den Gang runterschalten. Sehr bequem.

Das zehnte Sakrament lautet: Kreppche luure, also Krippen anschauen. Da haben Sie es, warum hier im Rheinland die Krippen noch so lange stehen.

Denn: das achte und das neunte Sakrament, die mögen vielleicht zurückgehen: also Blasiussegen und Aschekreuz einholen, und vor allem die Tante im Kloster. Aber: Das zehnte Sakrament nimmt epidemisch zu! Schon im Advent ist in der Kölner Innenstadt ein Krippenweg mit über 570 Krippen eingerichtet, auf dem Weihnachtsmarkt ist natürlich auch eine zu finden. Nach Weihnachten veranstalten das Verkehrsamt und andere Anbieter Krippenfahrten auch in die Vororte. Unsere Krippen in St. Elisabeth und St. Theodor sind auch deswegen sehr beliebt, weil es in den Kirchen Toiletten gibt, etwas zu trinken und Kekse. Schließlich sind die meisten Teilnehmer ältere Menschen.

Sankt Maria in Lyskirchen ist eine der zwölf romanischen Kirchen in Köln. Dort ist eine Milieukrippe aufgebaut. Auch die Prostituierte, der Fischerkäufe. und der Obdachlose stehen an der Krippe, sowie weitere kölsche Originale. Oft stehen in Lyskirchen die Menschen Schlange, um diese Krippe anzuschauen.

Warum zieht das zehnte 'Sakrament so. viele 'Menschen an?. Ich denke, weil an der Krippe alle Menschen willkommen sind. Wenn Gott schon Mensch wird in dem Baby im Stroh, dann ist es für alle.

Machen wir es ihm einfach nach. Wie Angelus Silesius vor 400 Jahren sagt: „Und wäre Jesus tausendmal geboren, und nicht in Dir, Du wärest ewiglich verloren“.

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