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Sonntagskirche | 23.08.2020 | 08:55 Uhr

Liebe ist Respekt

Im Bekanntenkreis meiner Eltern gibt es dieses eine Pärchen, das sich immer zuverlässig in die Wolle bekommt. Am liebsten in aller Öffentlichkeit.

Meist geht es um die Eigenarten des Anderen. Gut, hin und wieder erzähle auch ich über meinen Partner eine lustige Anekdote aus dem Nähkästchen. Aber stets mit einem Augenzwinkern und mit einem liebevollen Unterton.

Bei diesem einen Pärchen aber ist der Unterton ein anderer, bissig, verbittert, sogar gehässig. Oft brauchen sie nur ein Stichwort, um sich zu zanken wie die Kesselflicker. Als hätte man ein Ventil geöffnet, das schon lange enorm unter Druck gestanden hat.

Vielleicht kennen Sie auch so ein Pärchen, die das ähnlich machen. Wenn ich als Zuhörer in so einer Situation bin, fühle ich mich schnell unwohl. Ich bin mir unsicher: Soll ich der klagenden Person zustimmen oder die angeklagte Person in Schutz nehmen? Soll ich hier Partei ergreifen? Mich einmischen? Ein bisschen ist das auch wie Fremdschämen - wie ist es in einer Beziehung zu leben, in der man jede Gelegenheit wahrnimmt den anderen in der Öffentlichkeit schlecht zu machen?

Wenn Sie so eine Situation kennen - haben Sie sich dann auch schon einmal gefragt, wie es so weit überhaupt kommen konnte? Was ist da passiert, dass die beiden so respektlos übereinander sprechen? Und warum machen sie das vor Außenstehenden? Wenn man nicht mehr miteinander sprechen kann, fängt man dann automatisch an übereinander zu sprechen?

In Asien gibt es eine Tradition die besagt, dass man seinen Partner oder seine Partnerin so respektvoll wie einen Gast behandeln soll - auch, wenn man schon mehrere Jahrzehnte miteinander verbracht hat. Gerade dann!

Denn was passiert, wenn man sich schon sehr lange Zeit kennt, jede einzelne Macke des anderen, die liebevollen aber auch nervigen? Und gerade bei den Nervigen erkennen muss, dass man den anderen nicht ändern kann?

Eventuell fühle ich Enttäuschung, ich werde wütend. Plötzlich werden Grenzen überschritten, ich vermische Vertrautheit mit mangelndem Respekt, verletze den anderen, bin selbst verletzt - und lasse meinen Frust in der Öffentlichkeit raus - man redet übereinander anstatt miteinander.

Der buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh schreibt in seinem Buch "Einfach lieben": "Ehrerbietung ist das Wesen unserer Liebe".

Den anderen jederzeit mit Respekt zu behandeln ist Ausdruck unserer Zuneigung. Dazu gehört nicht nur ein respektvoller Umgang miteinander, sondern auch - und ganz besonders - diesen Respekt beizubehalten, wenn der andere nicht anwesend ist. Denn hier zeigt sich, ob wir einander auch tatsächlich vertrauen können.

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