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Kirche in WDR 3 | 27.03.2019 | 07:50 Uhr

Lüge

Guten Morgen,

jeder Mensch lügt mehrmals täglich. Oft lügen wir aus Höflichkeit, Verlegenheit oder um besser dazustehen.

Mal sieben Wochen aufs Lügen verzichten. Sieben Wochen ohne Lügen – so heißt die Evangelische Fastenaktion „7 Wochen ohne“ in diesem Jahr.

In meiner Gemeinde machen wir bei der dieser Fastenaktion mit. Und merken: Es geht in den 7 Wochen nicht darum, jedem schonungslos die Wahrheit um die Ohren zu hauen. Sondern überhaupt erst einmal nach Wahrheit und Aufrichtigkeit zu suchen. Was genau meint das. Wie finde ich das für mich heraus?
Jede der sieben Fastenwochen setzt einen besonderen Schwerpunkt. In dieser Woche heißt er:

Sich selbst nicht belügen!

Denn der Leidtragende einer Lügengeschichte ist nicht nur der Belogene.
Wer lügt, der lügt sich auch selbst in die Tasche.
Meine Wünsche und Sehnsüchte wie und wer ich bin und sein will entsprechen leider nicht immer der Realität. Das kann wehtun. Um den Schmerz nicht zu spüren, belüge ich mich selbst und weiche dem, was mich schmerzt damit aus. Mein Idealbild von mir selbst soll aufrecht erhalten bleiben.
Das musste auch einer der Jünger Jesu erfahren.

Wie stark war sich Petrus immer vorgekommen: war auf das sturmbewegte Wasser getreten, hatte Jesus ewige Treue geschworen, wurde von Jesus auch deshalb zum Fels ernannt. Und nun das: „Ich kenne diesen Menschen nicht“, sagt Petrus. Er war Jesus nach seiner Verhaftung bis ins Haus des Hohenpriesters gefolgt. Als er sich bei Dienern und Mägden versteckt, erkennt eine Magd ihn und fragt ihn, ob er zu Jesus gehört. Vor lauter Angst leugnet Petrus dreimal hintereinander, jemals irgendeine Beziehung zu Jesus gehabt zu haben.

Ehe der Hahn kräht ist es geschehen.
Und Jesus hatte sogar angekündigt, dass genau das passieren würde.

Nachdem Petrus aufgefallen ist, was er getan hat, geht er und weint bitterlich. (Matthäus 26,75 /Lutherbibel 2017)

Er hätte diese nicht besonders ruhmreiche Geschichte für sich behalten können. Zumindest hätte er sie zu seinen Gunsten umschreiben können. Die Magd hätte er verschweigen können und stattdessen erzählen: „Da waren ein Dutzend bewaffnete Soldaten, die hatten mich umkreist. Ich brauchte gute Nerven, um aus der Sache heile rauszukommen!“ Mit so einer Lüge hätte er vor den anderen und vor sich selbst gut dastehen können.
Doch das kann Petrus offenbar nicht.
Petrus kann nichts verschweigen.

Vielleicht will Petrus, dass alle davon erfahren.
Von seiner Feigheit, seiner Angst, seiner Lüge.

Es kann auch sein, dass Petrus erst nach Ostern zugibt, dass er Jesus verleugnet hat. Denn da erst hat er Jesus mit anderen Augen sehen können.
Sein Leben. Seinen Tod - auch für ihn. Jesus ist auferstanden – das glaubt Petrus. Und er spürt: Gott liebt mich, mit meinen Fehlern und obwohl ich versagt habe in der Nacht der Gefangennahme Jesu. Wenn Gott Jesus auferweckt hat, dann ist das wie ein neuer Anfang. Petrus spürt: Auch ich selbst kann neu anfangen, mitten im Leben.

Wie immer diese Geschichte von Petrus, der Jesus verleugnet hat, in alle vier Evangelien der Bibel Eingang gefunden hat: Ich wünsche mir, so frei zu meinen Schwächen stehen zu können, wie Petrus damals. Und dann zu merken: Deshalb bist du kein böser Mensch. Du kannst neu anfangen. Das ist Ostern, mitten im Leben.

Es grüßt Sie, Pfarrerin Anne Wellmann aus Duisburg.

Quelle:
Susanne Breit-Keßler (Hrsg.): Mal ehrlich! 7 Wochen ohne Lügen/der Begleiter durch die Fastenzeit, edition chrismon.

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