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Kirche in WDR 2 | 15.07.2021 | 05:55 Uhr

Menschliche Schönheit

Millionen haben bei der Europameisterschaft zugesehen als der beste dänische Nationalspieler Christian Eriksen im Spiel gegen Finnland taumelt und schließlich zusammenbricht. Er geht zu Boden. Sein Herz hat aufgehört zu schlagen.

Mit Hilfe der herbeieilenden Ärzte und Sanitäter gelingt es schließlich, sein Herz wieder zum Schlagen zu bringen.

Im Stadion, unter den Zuschauern, bei den Mitspielern geschieht etwas, was sich selbst über den Bildschirm transportiert:

Stille. Andacht. Betroffenheit. Und Würde.

In dieser Mitmenschlichkeit ein Augenblick menschlicher Schönheit.

Durch Mitmenschlichkeit.

Ein Augenblick menschlicher Schönheit an der Grenze des Lebens.

Gemeinsames Erleben von der Möglichkeit eines plötzlichen, unerwarteten Endes.

Ein gemeinsames Erleben der natürlichen Zerbrechlichkeit dessen, was gerade noch vor Kraft und Gesundheit strotzte.

Gott sei Dank, überlebt der dänische Nationalspieler. Sein Zustand stabilisiert sich schnell.

 

Und die Gaffer? Ein schwerer Unfall auf der Autobahn und auf der Gegenseite bildet sich eine Schlange. Eine Gaffer Schlange.

Menschliche Schönheit an der Grenze des Lebens?

Eher nicht.

Viel wahrscheinlicher: Sensationslust, Neugier, Faszination am fremden Grauen.

So ist er wohl.

Der Mensch, als schönste aller Schöpfungen und zugleich als hässlichste.

Sowohl, als auch.

Ich glaube: Ein Unterschied, der einen Unterschied macht, ist die Frage nach Gemeinschaft. Es ist eben ein Unterschied, ob ich für mich, vielleicht mit den Meinen im Auto sitze, oder ob ich mich in einem Stadion verbunden fühle mit Fremden.

Der Mensch: Sowohl das Schönste aller Lebewesen, als auch das Hässlichste.

Das scheint selbstverständlich, fast banal.

Nicht selbstverständlich und in keiner Weise banal, dabei ist allerdings die Spannung.

Die Spannung die entsteht, will ich das „sowohl, als auch“ aushalten.

Ich finde das schwer.

Einfacher wäre es doch, den Menschen von Grund auf zu verteufeln, oder ihn leuchtend gottähnlich zu sehen.

Die Bibel tut beides. Ambivalenz auszuhalten war wahrscheinlich schon immer schwer.

Und es lohnt. Weil ich sonst, verleugnen, ablehnen, aussondern muss.

Den und die Anderen, weil sie - an diesem Punkt - anders sind als ich.

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit“ schreibt Paulus.

Schönstes und hässlichstes Geschöpf zugleich.

Welche Seite will ich heute leben?

 

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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