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Kirche in WDR 2 | 23.09.2019 | 05:55 Uhr

Ministerium gegen die Einsamkeit

Autor: Es ist noch nicht mal 8 Uhr und die Zeit kriecht nur so dahin. Sie sitzt schon viel zu lange am Frühstückstisch. Der Kaffee ist längst kalt. Die Uhr tickt.

Fast höhnisch. Na, heute nichts vor?

Nein, heute hat sie nichts vor. Gestern auch nicht. Und morgen auch nicht. Frau Z. wohnt allein. Und genauso fühlt sie sich auch. In ihrer Wohnung, in dem Mietshaus, in der Stadt und irgendwie auch in ihrem Herzen. Allein.

Und es ist ihr peinlich. Seit Wochen geht sie nur noch zum Einkaufen oder zu Arztbesuchen aus dem Haus. Andere Termine hat sie nicht. Alleine ins Kino? Niemals!

Einsamkeit ist ein stilles Problem. Und es betrifft viele Menschen. In Deutschland, in Europa. Millionen Menschen. In Großbritannien gibt es seit 2018 ein Ministerium gegen Einsamkeit. In einer Zeitschrift der Diakonie Düsseldorf habe ich ein Interview mit der Ministerin für Einsamkeit, Mims Davis, gelesen. Die beschreibt, wie sie die Einsamkeit auf politischer Ebene bekämpfen möchte.

Sprecherin: Wir werden außerdem sicherstellen, dass alle Hausärztinnen und -ärzte in England bis 2023 in der Lage sind, Patientinnen und Patienten, die unter Einsamkeit leiden, auf Gemeinschaftseinrichtungen und Freiwilligendienste hinzuweisen. Die Ärzte können dann Patienten Aktivitäten wie Kochgruppen, Wandergruppen oder Kunstgruppen vermitteln, damit Gesundheit und Wohlbefinden steigen.

Autor: Dass so ein Thema auf politischer Ebene eine große Bedeutung bekommt, finde ich super. Klar: Einsamkeit ist ein sehr persönliches und emotionales Problem. Das weiß auch Mims Davis. Doch das Bewusstsein für Probleme wird oft dann geschaffen, wenn es eine breite Öffentlichkeit bekommt.

Ich wünsche mir, dass Menschen dadurch Anschluss finden, Beziehungen knüpfen, Gesellschaft bekommen, nicht mehr allein vor dem Fernseher sitzen, sondern gemeinsam ausgehen, Spaß haben, relevante Gespräche führen, aufblühen und …. Lebensfreude bekommen.

Neben dem Ministerium für Einsamkeit ist ja auch die Kirche ein Ort, an dem Einsamkeit bekämpft werden kann. Gemeinschaft ist so etwas wie eine Kernkompetenz des christlichen Glaubens. Gemeinsam Gottesdienst feiern, Leben teilen, Freundschaften knüpfen. Aber auch Sorgen ernst nehmen, einander unterstützen und eben nicht nur für die da sein, die scheinbar auf der sozialen Sonnenseite des Lebens stehen. Menschen sollen aufblühen.

Das funktioniert an vielen Stellen, an anderen nicht so.

Jeder von uns ist gefordert. Lasst uns wieder genauer hinschauen. In meine Nachbarschaft, in mein Umfeld. Wo ist jemand einsam? Nicht aufdringlich, sondern behutsam und wieder neu einen Blick für den anderen entwickeln.

Lasst uns einfach selbst Ministerin oder Minister für, oder besser gesagt, gegen die Einsamkeit werden.

 

https://www.deutschlandfunk.de/einsamkeit-in-grossbritannien-eine-ministerin-kuemmert-sich.795.de.html?dram:article_id=455902

https://www.diakonie-duesseldorf.de/fileadmin/medien/epaper-Dialog_No.1_2019/?fbclid=IwAR2IB2wERWTxk40-MWEMWCq_MG_xZmrFLUDD4i6WzBGK84hRaCHJKFB6bIU#0

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

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