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Kirche in WDR 3 | 27.11.2019 | 07:50 Uhr

Raum und Zeit


Guten Morgen!

Vergangenes Jahr war ich mit meiner Familie im Rahmen unseres Urlaubs im Rostocker Zoo. Und da gibt es das Darwineum, wo die biologische Vielfalt des Lebens im Zuge der Evolution gezeigt wird. Klar – die Lehre nach Charles Darwin eben. Ins Auge gefallen ist mir eine Zeitscheibe. Sie hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit diesen alten Parkuhren, nur umfasste sie 24 Stunden, auf denen die Weltgeschichte vom Entstehen des Universums bis zum heutigen Tag dargestellt war. Bemerkenswert fand ich die Stunde null. Dort war der Urknall dargestellt, und direkt daneben ein alter Herr mit weißem Rauschebart, der über den Wolken thronte. Zwar waren ringsherum Fragezeichen dargestellt und ein Abbild von Charles Darwins nachdenklichem Gesicht. Aber immerhin hat man dem Gedanken Raum gegeben,  ein Schöpfergott könnte seine Finger im Spiel haben – vielleicht als Ursprungskraft, als Letztbegründung, als Urheber des Ganzen.

Zu Beginn meiner Gymnasialzeit hatten wir im Geschichtsunterricht die Entstehung des Universums bis heute mit einer längeren Autofahrt nach Hause verglichen. Schon damals wurde deutlich, wie kurz der Abschnitt über uns Menschen ist. Denn der erste Mensch kam uns da erst wenige Meter vor der Haustür entgegen. Und auch hier auf der Zeitscheibe des Rostocker Zoos ist es kurz vor zwölf, als sich der Homo sapiens entwickelt hat. Und biblisch gesehen, ist es auch erst der sechste von insgesamt sieben Schöpfungstagen.

Aber in dieser kurzen Zeitspanne hat sich unser Planet zum Teil radikal verändert, vor allem in den letzten hundert bis hundertfünfzig Jahren. Kunst, Kultur und wunderbare Architektur sind entstanden, aber auch Slums, Zerstörung von Lebensräumen und Elend. Veränderung und Wandel sind also nicht in erster Linie eine Frage der Zeit, sondern eine Frage der Dynamik. Und die nimmt mehr und mehr an Fahrt auf.

Was wird dem Hier und Jetzt als nächstes folgen? Auf der Zeitscheibe im Rostocker Zoo ist um Mitternacht eine startende Rakete zu sehen. Danach folgen wieder der Urknall und der Schöpfergott über den Wolken. Kommt am Ende also der große Knall, der Untergang, das Jüngste Gericht? Der letzte Knall – wenn man so will? Diese Erwartungshaltung ist durch und durch christlich geprägt. Und daher fand ich es bemerkenswert, dass diese Vorstellung ausgerechnet bei einer Schau rund um Charles Darwin abgebildet war. Wie auch immer: Wesentlich für Christen, aber auch für Menschen anderer Religionen ist das ewige Leben nach dem irdischen. Dieses Jenseitsvertrauen steht in einem Spannungsfeld mit dem verantwortlichen Umgang mit der uns anvertrauten Schöpfung. Denn auch die Generationen nach uns wollen auf einem Planeten leben, der nicht verwüstet oder seiner natürlichen Ressourcen beraubt ist. Insofern finde ich es gut, Zeit und Stunde des vielleicht letzten Knalls nicht zu wissen. Das lässt mich wachsam bleiben und verantwortlich mit dem mir Anvertrauten umgehen.

In diesem Sinne wünsche ich auch Ihnen diese Wachsamkeit und das Vertrauen darauf, dass am Ende alles gut wird.

Einen guten Tag wünscht Ihnen Jan Hendrik Stens aus Köln.

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