#
Aktuelles

Beiträge auf: wdr4 

evangelisch

Kirche in WDR 4 | 02.01.2021 | 08:55 Uhr

Ruhestand

Guten Morgen! Für die meisten wird das Jahr 2021 vermutlich ein ganz normales Arbeitsjahr. Andere blicken aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit besorgt in eine unsichere Zukunft. Für mich selbst bringt das Jahr 2021 eine große Veränderung: In knapp drei Monaten werde ich pensioniert. Manche von Ihnen haben diese Lebensphase schon erreicht.

 

Es löst bei mir gemischte Gefühle aus, wenn ich jetzt regelmäßig etwas zum letzten Mal tue. Das berufliche Leben endet, und es ist auch klar: Vieles kann ich nicht zu Ende bringen - es bleibt unvollendet. So ist es ja nicht nur rund um die Pensionierung.

 

Wenn ich in mich hinein höre, spüre ich noch etwas anderes: Da ist durchaus eine große Erleichterung: Termine über Termine, zahlreiche Verpflichtungen und gut gefüllte to-do-Listen werden bald nicht mehr meine Taktgeber sein. Der Wecker wird nicht mehr jeden Morgen klingeln. Ich bin ziemlich sicher, damit kann ich gut leben.

 

Verschiedentlich werde ich im Blick auf die Zeit des Ruhestands gefragt: Und, was machst du dann? Ja, was mache ich dann? Was mache ich in der letzten Lebensphase, die nun beginnt und von der ich nicht weiß, wie lange sie dauern wird. Was mache ich dann?

 

Ich werde mich ganz sicher ehrenamtlich engagieren und etwas für das Gemeinwesen tun. Aber ich werde auch meinen Garten etwas gründlicher pflegen, spazieren gehen, lesen und sobald es wieder möglich ist, regelmäßig das Schwimmbad aufsuchen und meine morgendlichen Runden drehen. Gerne werde ich auch weiterhin Gottesdienste feiern und predigen. Eine Sinnkrise droht bestimmt nicht.

 

Doch mich bewegen auch andere, tiefere Gedanken: mein Ruhestand - wie lange wird er dauern und wie viel Zeit wird mir geschenkt? Ich wünsche mir, dass es mir gelingt, den Augenblick, den jeweiligen Moment wahrzunehmen und ihn bewusst zu leben. Ich hoffe, dass ich es schaffe, mich ganz auf den Menschen und die Menschen einzulassen, denen ich gerade begegne.

 

Seit einiger Zeit habe ich die Gelegenheit, viel von meiner Enkelin zu lernen. Sie schafft es immer wieder, sich Gehör und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Das bringt dann zwar meine Planungen regelmäßig durcheinander, aber das ist auch gut so.

 

Sie wird größer und selbstständiger. Ich werde älter. Was ich weiterhin von ihrem Leben mitbekommen werde, weiß ich nicht. Aber ich erlebe sie jetzt. Und sie erlebt hoffentlich, dass sie jetzt Aufmerksamkeit, Gehör und Resonanz findet - mit ihren Beobachtungen, mit ihren Beschreibungen und ihrer Entdeckerfreude. Beim Spazierengehen fasziniert sie ein Stein auf dem Weg, den ich gar nicht beachtet habe. Sie entdeckt eine Wasserpfütze, einen Ast oder ein Blatt und macht das Gesehene für einige Augenblicke zum Mittelpunkt ihrer Welt.

 

Von meiner Enkelin habe ich so neu gelernt, ein Jesus Wort über Kinder zu verstehen. Jesus sagt: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“ (Matthäus 18,3) findet ihr keinen Zugang zu Gottes Welt.

 

Diesen offenen Kinder Blick und diese Liebe für jeden geschenkten Augenblick wünscht Ihnen Ihr Präses Manfred Rekowski aus Wuppertal.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen