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Kirche in WDR 5 | 01.04.2019 | 06:55 Uhr

Scherzen

 

Scherzen  

„April, April!“ – Heute ist der erste April, also der Tag, an dem Menschen besonders zum Narren gehalten werden können. „April, April!“ Lustig ist das aber nicht immer, vor allem nicht für diejenigen, die ein Aprilscherz „schmerzlich“ erwischt. Die haben dann oft nichts zu lachen.

Guten Morgen!

Vielleicht hat man Sie ja heute auch schon in den „April geschickt“, wie eine Redensart sagt, die schon für das Jahr 1618 belegt ist, wohl aber viel älter sein wird.  

Warum allerdings der 1. April so ein Tag des Scherzes ist, das ist nicht genau geklärt. Es ist nur bekannt, dass der erste Tag eines Monats oft als Unglückstag angesehen wurde. Der 1. April sticht da besonders hervor, weil einer legendären Überlieferung nach an einem 1. April Judas Iskariot geboren sein soll. Und der hat ja bekanntlich Jesus verraten.[1]

Aber, wie dem auch sei. Lachen aus reiner Schadenfreude ist so nicht mein Ding.

Ein Scherz macht eigentlich nur dann wirklich Freude, wenn er keine Verlierer produziert, sondern wenn er den Beteiligten gut tut, und er in ein gemeinsames Lachen mündet.

Das eigentliche Ziel eines Scherzes ist es ja, durch ihn gemeinsam über etwas Lachen zu können. Lachen wiederum kann die Lebensqualität des Menschen verbessern, ja „lachen ist gesund“, sagt schon der Volksmund.

Scherze machen und über Scherze lachen, ist eine gängige Kommunikationsform, die behutsam angewandt auch zum Gelingen menschlichen Miteinanders beitragen kann. Ja, lachen verbindet: In der Regel wird mit einem Scherz etwas „nicht ganz ernst zu Nehmendes“ für Augenblicke in den Mittelpunkt gestellt, um dann gemeinsam darüber lachen zu können. 

Übrigens: Man kann auch aus ernstem Anlass lachen.

Für mich gibt es da ein zentrales Beispiel in der Bibel, Ja, auch da wird gelacht. So ist in einem Psalm zu lesen (126, 1f):

„Als der Herr das Los der Gefangenschaft Zions wendete, da waren wir alle wie Träumende. Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel.“

Hier wird Lachen zum Ventil. Denn das Volk Gottes, das im Exil gefangen war, führte Gott mit starker Hand in die Freiheit. Noch aber hinterließ die Erinnerung an die Gefangenschaft im Exil beim Volk einen bitteren Nachgeschmack. Erst in dem Bewusstsein wirklich frei zu sein, konnte dieser bittere Nachgeschmack durch einen Mund voll Lachen richtig „runter gespült“ werden: gemeinsames, befreites Lachen!

Und weiter geschaut: Mit einander lachen über Volkszugehörigkeiten und Religionen hinaus, kann neue Lebensräume des gemeinsamen Gestaltens eröffnen.

Wie schön, wenn wir heute noch sagen können: „Wir haben miteinander gut lachen.“ – ohne jemanden fies in den April zu schicken.

Ich bin Christoph Stender aus Aachen.


[1] Vgl.: https://www.brauchtum.de/de/sommer/aprilscherz.html.

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