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Kirche in WDR 2 | 09.12.2019 | 05:55 Uhr

Maria und die Sünderlein

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja.

In der Kirche geht der Sonntag heute ausnahmsweise noch 24 Stunden weiter. Denn die Kirche feiert heute ein Fest. Sie feiert, dass Maria, die Mutter Jesu nach lehramtlicher Überlieferung sündenfrei geboren worden ist. Jetzt werden die einen von Ihnen sagen: „Na und? Gilt das nicht für alle propperen Babies, die auf die Welt kommen?“ Andere halten es vielleicht eher mit Willi Millowitsch: „Wir sind alle kleine Sünderlein. ´s war immer so.“ Punkt.

Ich habe an was ganz anderes gedacht. Nämlich an eines meiner Lieblingsgebete. Das Vater unser. Ich finde es deswegen so großartig, weil es so konkret, so alltagstauglich ist. Zwei Beispiele. Da gibt es die Bitte um das tägliche Brot. „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Dieser Gedanke ist ganz wunderbar. Denn es ist doch die Erinnerung daran, dass das Brot nicht vom Himmel fällt. Sondern es ist die Bitte darum, dass da jeden Tag einer ist, der mir etwas zu essen reicht, wenn ich Hunger habe. Der mir nen Kaffee macht, wenn ich einen brauche. Dass ich alles habe, was ich brauche, um groß, stark und glücklich zu werden. Also letztlich die Bitte, dass ich niemals allein und verlassen bin. Erst recht nicht, wenn es mir dreckig geht. Aber auch, dass ich einem anderen Menschen das gebe, was er oder sie zum Leben braucht. Weil das wichtigste im Leben eines Menschen, also das, was ihn trägt keiner selbst machen kann.

Und es gibt die Bitte um Vergebung: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Ein ebenso großartiger Gedanke. Denn das ist die Bitte darum, dass ich jeden Tag zu einem Menschen hingehen und sagen kann: „Es tut mir leid. Das war Mist, was ich gemacht habe.“ Und dass ich die Bereitschaft hab, dass jeden Tag auch einer zu mir kommen kann und sagen kann: „Sorry, das war doof, was ich gemacht habe.“ Und dass ich dann zu dem sagen kann: „Hey, es ist in Ordnung.“ Auch hier derselbe Gedanke: Das, was mein Leben trägt – zum Beispiel die Erfahrung von vergeben und vergessen – das kann ich nicht selbst herstellen – das bekomme ich von einem anderen gesagt.

Wer das in seinem Leben erfährt ist ein glücklicher Mensch. Denn wenn einer sagt: „Hey, es ist in Ordnung. Du bist in Ordnung. Was war ist vorbei.“ Dann sagt er ja: „Egal was ist - zwischen uns passt kein Blatt.“ Wenn das einer sagt, beginnt die Erlösung. Dann ist Gott am Werk.

Ich stelle mir vor, dass zwischen Gott und Maria was Ähnliches passiert ist wie das, was bei Menschen passiert, wenn sie spüren: Ich bin in Ordnung. Zwischen mir und Gott passt kein Blatt. Egal was passiert.

Aufatmen. Aufrichten. Aufstehen. Leben.

Ich wünsche Ihnen heute, dass das jemand zu Ihnen sagt. „Du bist in Ordnung. Zwischen uns passt kein Blatt.“ Und sagen Sie es selbst mal. Ein herrliches Gefühl! Nicht nur an einem Montagmorgen.

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