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Kirche in WDR 2 | 31.12.2018 | 05:55 Uhr

Transitraum Leben

„Zwischen den Jahren“ sagen wir und meinen die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester. Eigentlich leben wir immer dazwischen: Zwischen Aufstehen und ins Bett gehen, zwischen Schulbeginn und -ende, Berufsanfang und -ausstieg, zwischen Verliebtheit und Gewohnheit, Lebensanfang und -ende. Wir leben in „Transiträumen“. Immer endet irgendwas, und etwas Neues beginnt. Das ist nicht abhängig von der Silvesterknallerei in dieser Nacht oder von irgendeinem Kalendersystem. Es geschieht eher beiläufig. Alltäglich.

Mir fiel die alte Geschichte ein, wie das Volk Israel durch die Wüste wandert, um ein Land zu finden, in dem es zu Hause sein kann. Hinter sich die leidvolle Erfahrung jahrzehntelanger Gefangenschaft. Vor sich die Vision von einer neuen friedlichen Welt, in der „Milch und Honig fließen“. Dazwischen: Wüste. Überforderung, Angst und das Gefühl, dass früher alles besser war.

Das „Dazwischen“ ist der Ort, wo Gott sich einbringt. Wenn Menschen anfangen, Fragen zu stellen. Wenn es darum geht, was eigentlich sinnvoll ist, und was trägt. In der Geschichte der Wüstenwanderung musste Gott sich mehrfach einmischen. Nicht nur um den Weg zu weisen, sondern auch, um Köpfe gerade zu rücken.

„Alles nimmt seinen Lauf und geht seinen Weg, bis wir es in Frage stellen“ schreibt der israelische Schriftsteller Elazar Benyoetz. Die Zeit „zwischen den Jahren“ bietet die Chance zu unterbrechen. Bei den gegenwärtigen politischen Entwicklungen ist die Frage, ob wir eigentlich auf dem richtigen Weg sind, überfällig. Es darf so nicht weiter „seinen Lauf nehmen“. Die Sorgen vieler Menschen sind begründet. Das Finden von Alternativen zu unserem Wirtschaftssystem überlebenswichtig. Die uralten Fragen nach einer gerechten und friedlichen Welt suchen zeitgemäße Antworten.

Die UN-Konferenzen in Marrakesch und in Katowice sind die mühsame Suche nach gemeinsamen Lösungen und Zielen. Es wirkt oft so, als würde die Wüstenwanderung noch andauern.

Persönlich nutze ich Tage wie heute, um mich selbst zu befragen: Was war gut in diesem Jahr? Was möchte ich ändern? Welche Ideen habe ich für das kommende Jahr?

Wir leben in „Transiträumen“. Immer endet irgendwas, und etwas Neues beginnt.

Vielleicht finden Sie heute einen Moment Zeit zu unterbrechen. Einen Augenblick für Fragen, Ideen und Visionen. Nur einen kurzen Moment für sich selbst, für unsere Welt und für Gott. Ein Gebet vielleicht.

Ich wünsche Ihnen von Herzen ein gutes Jahr 2019 – und: Schalom, Salam, Frieden für unsere Welt!

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