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Kirche in WDR 4 | 17.08.2019 | 08:55 Uhr

Verspielt

Guten Morgen!

In diesem Sommer sitze ich abends gerne mit meinem Partner auf dem Balkon. Wenn die Sonne hinter dem Nachbarhaus verschwunden ist, tut die kühle Abendluft gut. Gerne nutzen wir diese Zeit für ein Spiel. Brettspiele, Karten oder Würfel, wir spielen eigentlich alles gerne.
Und damit sind wir nicht alleine. Deutschland ist Spieleweltmeister. Nirgendwo wird so viel gespielt wie bei uns. Dutzende Spieleverlage bringen jedes Jahr hunderte neue Spiele auf den Markt. Und trotzdem sind vor allem die Klassiker beliebt.
Ich mag es da schon abwechslungsreicher und freue mich immer darauf, was es Neues gibt. Aber die Lieblingsspiele der Deutschen sind Monopoly, Rommé und ‚Mensch ärgere dich nicht‘.

Gerade ‚Mensch ärgere dich nicht‘ finde ich spannend. Das Spiel selbst ist mir zwar zu langweilig. Man läuft ja immer nur im Kreis. Aber das kreuzförmige Spiel hat eine spannende Geschichte. Es ist über 1.500 Jahre alt und kommt aus Indien. Dort kennt man es unter dem Namen Pachisi. Und es hat viel mit der hinduistischen Religion zu tun. Das Kreuz symbolisiert die vier Himmelsrichtungen. Der Weg, den die Spieler ablaufen müssen, steht für den Lebensweg der Menschen. Und da Hinduisten an die Wiedergeburt glauben, läuft man im Kreis. Wird eine Figur geschlagen, muss sie wieder an den Anfang. Ein ewiger Kreis von Neuanfang und Wiedergeburt.

Als Kind war mir diese Vorstellung herzlich egal. Geschlagen werden war doof. Ich wollte gewinnen. Wenn ich heute so zurückdenke, habe ich viel beim Spielen gelernt. Zum Beispiel, dass ich nicht immer gewinnen kann und eben auch mal ein guter Verlierer sein muss.

In Europa sind Spiele lange von den Kirchen verteufelt worden. „Spielkarten sind das Gebetbuch des Teufels“, sagte man im Mittelalter. Spielen verführt zum Glücksspiel und zur Unsittlichkeit, hat man damals geglaubt. Einige Städte haben das Spielen sogar ganz verboten.

Heute gehört Spielen selbstverständlich zum Alltag. In der Wissenschaft und der Pädagogik gilt Spielen als wichtiger Teil der menschlichen Entwicklung. Ich lerne viel, was ich für mein Leben brauchen kann. Kinderspiele schulen die Motorik, Brettspiele mit Regeln die sozialen Kompetenzen. Je komplizierter die Spiele werden desto mehr Details kann ich lernen. Bei Monopoly lernte ich zum Beispiel schnell, was passiert, wenn ich mein ganzes Geld auf einen Schlag verprasse.
Auch in den Kirchen wird inzwischen wieder viel gespielt. In Konfirmandengruppen, auf Freizeiten und auf dem Gemeindefest. Spielen schafft Gemeinschaft. Man verbringt Zeit miteinander, unterhält sich und hat Spaß. Auch, wenn man mal nicht gewinnt.

Es grüßt Sie Rundfunkpfarrer Oliver Mahn aus Köln.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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