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Kirche in WDR 4 | 02.03. 2019 | 08:55 Uhr

Vielstimmigkeit

Guten Morgen, am 30. Januar 1933 wurde er zum Reichskanzler ernannt: Adolf Hitler. Und dann nahm das Unheil seinen Lauf. Von den Kanzeln der evangelischen Kirchen, die sich die „Deutschen Christen“ nannten, hörte das Volk nun lauter Lobhudeleien auf den Führer Adolf Hitler.

Doch nicht alle evangelischen Christen folgten den „Deutschen Christen“.

Am 31. Mai 1934, gut ein Jahr nach der Machtergreifung Hitlers, verabschiedeten die Delegierten der viel kleineren evangelischen „Bekennenden Kirche“ die Barmer Theologische Erklärung. Sie heißt so, weil sie in Wuppertal-Barmen entstand. Diese Erklärung wurde richtungsweisend für eine Kirche, die im Sinne Jesu Christi leben wollte, auch in der Zeit des Nationalsozialismus.

Die Barmer Theologische Erklärung entstand aus einer Vielstimmigkeit heraus.

Es kamen Delegierte aus ganz unterschiedlichen evangelischen Kirchen zusammen. Sie diskutierten sehr intensiv. Um sich am Ende doch eindeutig zu bekennen zu dem, was sie verbindet.

Heute wie damals versuchen Gruppen Jugendliche für sich zu gewinnen. Mit verächtlichen Aussagen, durch scheinbar kluge Sprüche oder falsche Versprechungen. Heute wie damals versuchen sie, den christlichen Glauben für sich zu nutzen und behaupten beispielsweise das christliche Abendland retten zu wollen. Ich frage mich: Wer ist überhaupt in der Lage, etwas zu retten? Und was soll da wozu vor wem gerettet werden?

In meinem evangelischen Religionsunterricht an der Käthe-Kollwitz-Schule in Leverkusen geht es ziemlich vielstimmig zu: Da sind Jugendliche, die sich ehrenamtlich in der Kirchengemeinde engagieren. Drei singen manchmal im Kirchenchor. Und es gibt Jugendliche, die sich als nicht-gläubig bezeichnen.

Sie sitzen neben anderen, die sich als sehr stark gläubig bezeichnen. Jugendliche, die ihre familiären Wurzeln in Afrika haben und Muslime sind dabei, ein Hindu, viele waren schon einmal in Taizé, einer ökumenischen Bruderschaft in Frankreich.

Die Schülerinnen und Schüler und ich - wir sprechen darüber, welche Bedeutung der christliche Glaube und die Kirche für uns haben.

Marco sagt: „Kein Mensch hat das Recht, sich als göttliche Instanz aufzuspielen.“ Und Morena fügt hinzu: „Der Glaube an Jesus Christus schützt davor, anderen zu viel Glauben zu schenken.“ Für Tamara ist die Jugendgruppe wichtig. Sie sagt: „Weil man da die Möglichkeit hat, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, auch über religiöse Themen, wozu man im normalen Alltag vielleicht nicht so kommt.“ Frederick klärt diese Fragen lieber im Religionsunterricht und genießt es, in der Kirche Freunde zu treffen und gemeinsam was zu machen.

Die Religionsfreiheit ist ihnen allen wichtig und die freie Meinungsbildung, innerhalb der Kirchengemeinde, in der Schule und für die Gesellschaft.

Wenn wir im Unterricht so miteinander reden, dann denke ich manchmal: Hier fängt an, was wahr werden soll. Dass wir alle einmal gemeinsam zu Tische sitzen im Reich Gottes. Und da wird es vielstimmig zugehen.

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5: )

Es grüßt sie ganz herzlich, Gerlinde Anders, Schulpfarrerin in Leverkusen.

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