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Kirche in WDR 4 | 03.01.2020 | 08:55 Uhr

Von Kindern lernen

Guten Morgen!

Kürzlich in einem Familiengottesdienst: volle Kirche. Viele Eltern sind mit ihren Kindern gekommen. Auf dem Altar steht alles bereit für das Abendmahl. „Warum ist ausgerechnet heute Abendmahl?“, frage ich mich. „Da geht doch keiner hin, die Eltern müssen ja währenddessen auf ihre Kinder aufpassen.“ Die ersten Worte der Pfarrerin beantworten meine Frage. In dieser Gemeinde sind auch die Kinder zum Abendmahl zugelassen.

Es gibt viele Gemeinden, in denen das nicht so ist. Eine ältere Frau hat einmal zu mir gesagt: „Die Zulassung zum Abendmahl, das ist doch die Konfirmation!“ Sie hatte es so gelernt. Viele Gemeinden halten sich an diese Tradition. Das erste Abendmahl gibt es mit der Konfirmation.

Das muss aber nicht so sein. Es gibt Gemeinden, die Kinder am Abendmahl teilnehmen lassen - und das schon lange. Diese Gemeinden argumentieren: Am Abendmahl teilnehmen können alle, die getauft sind. Das heißt also auch getaufte Kinder.

So wie jetzt in diesem Familiengottesdienst. Feierlich ist die Stimmung, Ruhe kehrt ein: Die Familien kommen gemeinsam nach vorne. Eltern, Großeltern und Kinder bekommen Brot und Traubensaft.

Ich muss an einen Kindergottesdienst denken, den ich einmal gehalten habe. Mit Abendmahl. Ich sehe sie vor mir, die Kinder, wie sie in einem Halbkreis stehen. Ich nehme den goldenen Teller mit den Oblaten in die Hand. Erwartungsvolle Stille um mich herum. Ich verteile die Oblaten. „Das Brot des Lebens für dich!“ Die Kinder legen die Hände ineinander und warten, dass ich ihnen die Oblate hineinlege. Weiter andächtige Stille. Dann nehme ich den großen goldenen Kelch. „Der Kelch des Heils für dich!“ Kinderhände tauchen die Oblaten in den Traubensaft. Ein- oder zweimal so eifrig, dass die Finger auch etwas abbekommen. Alle essen andächtig. Fertig. 40 Kinderaugen sehen mich an. Ich sage: „So wie jetzt gerade ist das im Gottesdienst mit den Erwachsenen auch. Nach dem Abendmahl sagt der Pfarrer oder die Pfarrerin noch ein paar Worte aus der Bibel. Und dann setzen sich alle wieder auf ihre Plätze.“ Die Runde beginnt sich aufzulösen. Eine Grundschülerin sagt noch zu mir: „Das hat gut geschmeckt. Wann bekomme ich das wieder?“

Ja, Kinder gehören beim Abendmahl dazu!

Jesus hat Kinder mit offenen Armen aufgenommen. Einmal brachte man ihm Kinder, damit er sie in den Arm nimmt. Doch die Jünger wollten sie nicht zu ihm lassen. Sie wollten ihn schützen und ihm den Rücken frei halten. Jesus aber rief die Kinder zu sich und sagte: „Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran, denn den Kindern gehört die neue Welt Gottes. Nehmt die neue Welt Gottes an wie ein Kind.“

Mit Kinderaugen die neue Welt Gottes entdecken. Die offenen Arme Gottes erfahren. Und Im Abendmahl etwas von seiner Liebe entdecken, die alle an einem Tisch zusammenführt. Vielleicht können wir Erwachsenen das von den Kindern lernen. Es würde die Welt schon heute ein bisschen besser machen.

Autorin:
Wann haben Sie die Welt zuletzt mit Kinderaugen gesehen?

Es ist einen Versuch wert, findet

Ihre Mareike Heidenreich aus Münster.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

 

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