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Kirche in WDR 2 | 04.01.2021 | 05:55 Uhr

Von Motten und Bremsen

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende auch schon wieder rum. Tja. Und ich weiß nicht, was Sie am Wochenende gemacht haben. Vielleicht die Ruhe der ersten Tage im neuen Jahr genossen. Einen Spaziergang gemacht. Die ersten Bücher im neuen Jahr gelesen. Ich habe von all dem auch ein bisschen gemacht, aber ich habe auch meinen Küchenschrank geputzt. In einer vergessenen Tüte gemahlener Haselnüsse hatten es sich nämlich ein paar Motten gemütlich gemacht. Tja, da hilft nur: alles raus, die offenen Sachen weg und gründlich putzen. Passiert halt. Jedenfalls sind ein paar Motten durch die Küche geflogen. Und ich hab ihnen hinterhergeschaut und gedacht: Motten – was für überflüssige Dinger.

Im Sommer denke ich das auch über Bremsen. Du wanderst durchs Gebirge, blickst nach links auf den Watzmann – herrlich! – auf einmal, verdammt! Ein fieser Schmerz! Ein Schlag auf die Wade! Zu spät. Bremse tot, Bein brennt trotzdem.

Ich bin kein Zoologe und hab daher überhaupt keine Ahnung von nervigen Motten und fiesen Bremsen. Sicher spielen sie eine wichtige Rolle – zum Beispiel als Futter für andere Tiere. Stichwort Insektensterben. Aber Motten flattern bloß rum und verderben das Mehl und Bremsen pieksen und klauen mein Blut. Wofür soll das gut sein? Wenn schon Insekten – dann doch lieber Honigbienen, Wildbienen oder Libellen. Das sind wunderschöne, majestätische und sogar kluge Tiere. Aber vielleicht gibt’s da draußen einen Experten, der mir das Herz für die Motte aufschließen kann. Meine ich ernst. Können Sie gerne versuchen.

Heute ist wieder Montag. Der erste Montag im neuen Jahr. Und viele Menschen nehmen sich ja am Anfang eines Jahres vor: Jetzt wird aufgeräumt! Jetzt mach ichs so ähnlich wie Marie Kondo. Sachen, die belasten: weg damit! Dinge, die mir nichts bedeuten: Brauch ich nicht! Menschen, die nur nerven: Schluss damit! Angelegenheiten, die ich nicht kapiere: Nicht mit mir! Seht, ich mache alles neu.

Steht ja auch schon in der Bibel. Aber da ist das anders gemeint. Ich mache alles neu – das bedeutet eben nicht: Pack alles in einen Sack, was unbequem und lästig ist – wat fott ess ess fott. Sondern es bedeutet: Pass auf, ich bringe alles zum Glänzen. Und alles meint alles: Auch die Motte. Auch die Bremse. Alles meint alles: auch das, was ich nicht kapiere und womöglich trotzdem einen Sinn macht.

Heute ist wieder Montag. Der erste Montag im neuen Jahr. Seht, ich mache alles neu. Verspricht Gott. Ich bringe alles zum Glänzen. Darauf bin ich neugierig. Sage ich. Nicht nur an einem Montagmorgen.

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