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Kirche in WDR 2 | 25.04.2020 | 05:55 Uhr

Warten

Echt jetzt?

„Durch still sein und warten werdet ihr stark sein. Aber ihr wollt nicht.“ (Jes. 30,15)

Sagt Gott durch den Propheten Jesaja.

Häh? Echt? Durch Still sein?


Ich meine: Es geht doch immer um Aktion. Und in diesen Zeiten von Corona erst recht.

Da muss man Gelder beantragen, die Kinder beschulen, die Eltern versorgen, die Freunde trösten. Und ja, manche müssen auch arbeiten – so wie immer.

Jeder hat doch Dinge, die er oder sie regeln muss. Von wegen still sein. Die Züge fahren ab, wenn ich nicht … und so weiter.

Stimmt ja auch.

Wir leben ja alle in irgendwelchen Verpflichtungen, Zwängen, Notwendigkeiten.

Ist das so?

Und jetzt, wo der Lärm durch Corona Stille in Betriebe, Kneipen, Restaurants und Läden gebracht hat – für manche Grabesstille?


Still sein und warten. Empfiehlt Gott.

„Still sein und warten, um stark zu werden.“

Also: Das Ganze ist nur etwas für Menschen, die sich schwach fühlen.


Die, denen Gott das damals zuerst gesagt hat, die hatten alles verloren. Ihre Heimat, ihre Tempel, ihre Liebsten.

Und das obwohl sie das Gefühl haben, Gott ist auf ihrer Seite. Trotzdem: Sie werden besetzt, vertrieben, gefangen und gedemütigt.

Da kann man sich schon mal schwach fühlen.

Schwach fühlen sich Zeiten von Corona viele in unserem Land.


Ein Virus hat unser Leben durcheinander gewirbelt. Sie haben ihre Arbeit verloren oder sind auf Kurzarbeit. Können ihre Eltern nicht besuchen, müssen ihre Kinder beschulen und haben Stress mit dem Partner, der Partnerin. Die Zahl der Infizierten und Erkrankten ist hoch.


Ein Virus ist jetzt der Feind des Menschen. Es hat zugeschlagen – das Land besetzt, Menschen leben wie Gefangene und werden tausendfach gedemütigt.


Durch still sein und warten, werdet ihr stark werden, schreibt der Prophet Jesaja.

Weil Gott darauf wartet, gnädig zu sein, sich zu erbarmen.


Still sein und warten.

Jesaja sagt nicht: still sein und nichts tun.

Warten heißt nicht, nichts tun.

Warten heißt Raum lassen für das Handeln Gottes und Mensch, Geschöpf Gottes bleiben.

Dieses Warten macht natürlich nur Sinn, wenn ich bereit bin, auf Gott zu vertrauen. Oder das unvorstellbar Andere, - was heilt, verändert, liebt, aushält, - wenigstens für möglich zu halten.

Bereitschaft reicht.

Still sein und warten.

Von Hände in den Schoss legen ist nicht die Rede.

Von der Erfüllung meiner Wünsche auch nicht.

Gott ist da.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius


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