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Kirche in WDR 5 | 03.05.2021 | 06:55 Uhr

Was ans Licht kommt

Guten Morgen,

Was lang verborgen war, kommt doch irgendwann ans Licht. Da muss ich nur mal raus in den Garten oder auf den Balkon schauen. Eine Bekannte erzählte mir, dass sie die Zwiebeln ihrer Balkonblumen im vergangenen Herbst nicht wegwerfen wollte. Kurzerhand hat sie sie in den Rasen vor dem Haus eingebuddelt. Einfach, um mal zu sehen, was davon im nächsten Frühling wiederauftaucht. Und ist überrascht, was da in diesem Jahr aus dem Boden sprießt. Ich finde das immer wieder toll. In Parks und Gärten schießen die Pflanzen aus dem Boden. Die frühblühenden Zwiebelblumen wie Krokus, Tulpe und Narzisse müssen noch im Herbst in den Gartenboden gesetzt werden. Und dann liegen sie lange Zeit unter der Erde, bis sie im Frühling, oft innerhalb weniger Tage aus dem Boden schießen. Die ganze Natur wacht wieder auf: An den Zweigen der Bäume öffnen sich Blätter und Blüten. Vor allem im Monat Mai.

Und wer einen Rasen im Garten hat, der muss jetzt wieder ran: düngen, vertikulieren, Rasenmähen…

Und auch mal…. Wildkräuter wie den Löwenzahn ausstechen… Der Löwenzahn macht sich im gepflegten Rasen ja nicht so gut. Und diese Wildkräuter machen sich breit und nehmen anderen Pflanzen Nährstoffe und Platz weg. Also heißt es im Mai wieder: Unkraut jäten.

Dass Dinge, die lange im Verborgenen waren, plötzlich ans Licht kommen, das gibt’s nicht nur im Garten oder auf dem Balkon. Mit dem, was tue und sage, geht es manchmal genauso. Da spreche ich mit jemandem in meiner Gemeinde. Wir telefonieren und ich versuche zu verstehen. Manchmal gebe ich einen Tipp oder einen Ratschlag oder frage so nach, dass die andere selbst auf eine Lösung kommt. Und nach dem Gespräch frage ich mich: Ist das, was ich gesagt habe, auch wirklich angekommen? War es hilfreich? Wochen später bekomme ich eine Mail. Und dann lese ich: ‚Danke für das Gespräch damals. Und für den guten Ratschlag. Das hat mir wirklich geholfen‘. Eine freudige Überraschung.

Dann geht es mir, wie meiner Bekannten mit den im Herbst verbuddelten Zwiebeln. Die musste ja auch lange warten, bis sie die neue Blütenpracht bestaunen konnte.

Von diesem Staunen hat Jesus einmal erzählt. Es wird einen Tag geben, so hat er gesagt, da werden eure Worte und Taten, die lange Zeit verborgen waren, ans Licht kommen. Ich werde zu euch sagen: ‚Vielen Dank, dass ihr mich besucht habt, als ich einsam war. Ihr habt mir Klamotten gegeben, als ich gefroren habe und nackt war. Ihr habt mir zu essen gegeben, als ich hungrig war. Als ich ein Fremder war, habt ihr mich aufgenommen. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Und ich möchte diese Freude jetzt mit euch teilen‘. An diesem Tag werden viele Menschen staunen darüber, was aus ihren Worten und Taten geworden ist.

 

Mir machen diese Worte von Jesus Mut, selbst gute Worte und Taten zu säen. Kleine Aufmerksamkeiten im Alltag. Ein gutes Wort an der Supermarktkasse. Die Zeit, die ich mir nehme, für ein Telefonat. In dem Wissen: Irgendwann wird das, was ich getan oder gesagt habe vielleicht aufgehen, wie die Zwiebelblumen in unseren Gärten.

 

Ihr Pastor Christoph Neumann aus Hemer.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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