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Kirche in WDR 4 | 19.05.2020 | 08:55 Uhr

Wege des Friedens

Guten Morgen!

Wohin werden Sie heute Ihre Wege führen? In welche Richtung werden Sie Ihre Schritte lenken? Ein kurzes biblisches Wort gibt für mich eine gute Richtung vor. Da lese ich: „…und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“ (Lukas 1,79)

Das scheint doch ein guter Weg; dahin möchte ich meine Schritte lenken auf den Weg, der zum Frieden führt.

In diesen Tagen erinnern wir uns daran: Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg mit all dem Schrecken, den er gebracht hat. Seitdem können wir in unserem Land in Frieden leben. 75 Jahre, das ist im Blick auf die Weltgeschichte nur ein kurzer Augenblick. Und doch ist es die längste ununterbrochene Friedenszeit, die unser Land und Teile Europas in ihrer Geschichte erlebt haben. Dafür bin ich dankbar.


Gleichzeitig sehe ich, wie wenig selbstverständlich es ist, in Frieden zu leben. An vielen Orten dieser Welt sieht es ganz anders aus: zerstörte Heimat, Menschen auf der Flucht vor Krieg und Gewalt. Hundertausende, die ihr Leben verlieren. Etwa in Syrien.

„…und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“ Die Welt scheint an dieser Aufgabe zu scheitern.


Man kann diesen Satz sehr unterschiedlich hören. Der Satz könnte ein Gebet sein: „Gott, richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“. Aus ihm könnten Hoffnung und Sehnsucht sprechen. Oder es könnte sich um eine Zukunftsansage handeln. Und so ist dieser Satz ursprünglich gemeint. Er erzählt davon, dass Gott in Jesus Christus zur Welt kommet und die Welt dadurch verwandelt. Und dazu gehörte auch, dass Jesus gewaltlos gehandelt und gelebt hat – bis zum bitteren Ende.


Damit sich die Welt weiter verwandeln kann, braucht es Menschen, die sich auf den Weg des Friedens einlassen. So wie Jesus das vorgelebt hat.

Mir fallen Menschen ein, die große Schritte auf dem Weg zum Frieden getan haben: Nelson Mandela und Martin Luther King zum Beispiel. Und Wangari Maathai, die erste Frau aus einem afrikanischen Land, die den Friedensnobelpreis erhalten hat. Sie hat sich in ihrer Heimat Kenia für Demokratie, für Menschenrechte und für die Rechte der Frauen eingesetzt. Und sie ist die erste, die auch wegen ihres Engagements für die Bewahrung der Schöpfung mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Wangari Maathai ist eine Vorreiterin gewesen: Sie hat gewusst und gezeigt, wie wichtig der Erhalt der Umwelt und der Klimaschutz für den Frieden auf dieser Erde sind. Angesichts des Klimawandels heute wird das in besonderer Weise deutlich. Wo der Lebensraum zerstört wird, sind Kriege, Flucht und Vertreibung die Folge.

Wangari Maathai wurde zu einer großen Friedensbotschafterin. Aber sie hat mit ganz kleinen Schritten angefangen, einzelne Bäume gepflanzt. Bis heute sind es 50 Millionen Bäume, die die von ihr in den 1970er Jahren gegründete Umweltschutzorganisation gepflanzt hat.


Es braucht viele, die das tun, die kleine Schritte auf dem Weg des Friedens gehen. Es braucht zum Beispiel die, die sich in dieser Zeit der Corona-Epidemie für den Zusammenhalt der Gesellschaft einsetzen, für andere da sind. Es braucht die, die für den Erhalt der Schöpfung, den Schutz des Klimas eintreten, die sich für Gerechtigkeit einsetzen und für Menschen auf der Flucht. Das sind Wege zum Frieden; die möchte ich gehen.


Es grüßt Sie, Landessuperintendent Dietmar Arends aus Detmold.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze


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