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Kirche in WDR 5 | 26.05.2020 | 06:55 Uhr

Weisheit und Einsicht

 

Guten Morgen!

Herz oder Kopf? Jeden Tag treffe ich unzählige Entscheidungen. Manches entscheide ich aus einer Routine heraus und bei anderen Entscheidungen muss ich mir nochmal Bedenkzeit einräumen. Aber womit entscheide ich dann: Mit dem Herzen oder mit dem Kopf?

Egal womit ich letztendlich entscheide, zwei Gaben des Heiligen Geistes können helfen. Laut der christlichen Tradition gibt es sieben davon. Und um diese Gaben bitten die Christen Gott vor Pfingsten. Zwei davon haben etwas damit zu tun, Entscheidungen gut und richtig zu fällen: es sind die Gaben der Weisheit und der Einsicht. Zugegeben, beide Wörter klingen jetzt vielleicht etwas altmodisch. Und trotzdem, glaube ich, werden Weisheit und Einsicht heute mehr denn je gebraucht.

Um es direkt vorneweg zu sagen: Wer weise ist, muss nicht für alles eine Antwort parat haben und erst recht nicht alles wissen. Er sollte auch nicht einfach nur eine Lebensweisheit nach der anderen raushauen und andere Menschen damit bevormunden. Wer weise ist, hat verstanden, wie das Leben funktioniert und sieht, wie etwas miteinander zusammenhängt. Das ist mehr als bloßes Wissen im Kopf. Und mehr noch: Er kann unterscheiden, was wichtig und unwichtig ist oder wahr und unwahr. Nicht erst in Zeiten von Fakenews und Verschwörungstheorien ist das doch wirklich eine Fähigkeit, die man der ganzen Welt nur wünschen kann.

Als Christ sage ich sogar: Der weise Mensch schaut mit den Augen Gottes in diese Welt. Er oder sie haben etwas von dem langen Atem, den Gott in dieser Welt braucht.

Eng mit der Weisheit ist die Einsicht verbunden. Einsicht zu haben, ist etwas anderes als einfach nur klug zu sein. Es geht darum, den Überblick zu behalten, vielleicht sogar den roten Faden für mein Leben zu erkennen: hineinzusehen und tiefer zu sehen.

Besonders gut bringt das eine Erzählung aus der Bibel zum Ausdruck: Nachdem Jesus in Jerusalem gestorben ist, machen sich zwei seiner Jünger auf ihren Heimweg in das Dorf Emmaus. Es wird berichtet, wie verzweifelt und traurig sie waren. Alles, worauf sie gehofft hatten, macht nach Jesu Tod keinen Sinn mehr. Und während sie unterwegs sind, treffen sie auf einen anderen, der mit ihnen weiter geht. Es ist Jesus, aber sie erkennen ihn nicht. Erst als er ihnen – ausgehend von der Heiligen Schrift – erklärt, warum er sterben musste, um dann aufzuerstehen, und als er mit ihnen Mahl hält, erst dann haben sie ihr ‚Aha-Erlebnis‘. Ihr Verstand im Kopf hat es begriffen und ihr Herz hat es gespürt. Die Hoffnung war wieder da und eigentlich war sie gar nicht weg. (vgl. Lk 24,13-27)

Genau in einer solchen Situation ist Gottes Geist zu spüren. Nicht nur damals, sondern auch heute noch.

Beide Gaben braucht es, Weisheit und Einsicht. Und wenn sie miteinander wirken, wird es sogar noch besser.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen Pfarrer Andreas Möhlig aus Aachen.

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