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Kirche in WDR 2 | 13.02.2021 | 05:55 Uhr

Woran Demokratien sterben

Nun sind wir ihn los. Endlich. Der narzisstische Demagoge im Weißen Haus ist nicht länger Präsident der USA. Er ist abgewählt und hoffentlich bald angeklagt. Das Kapitel Trump ist Geschichte.

Das Kapitel Populismus aber nicht. Die Bilder vom Sturm des Mobs auf das Kapitol sind alarmierend. Weil sie zeigen, wie weit das Gift der Lügen inzwischen in die Gesellschaft eingedrungen ist und was es angerichtet hat. Und das nicht nur in den fernen USA. Auch bei uns gab es im Sommer verstörende Bilder, als verwirrte Verschwörungsgläubige neben Nazis und Faschisten versuchten, unser Parlament zu besetzen. Die Bilder aus Washington und Berlin zeigen die Spitze des Eisberges. Weltweit stehen die liberalen Demokratien unter Druck. Rechte Populisten im Netz und vor dem Bundestag, rechte Terroristen in Kassel, Hanau oder Halle, dazu islam-faschistische Angriffe in Europa und weltweit. Sie alle würden die freiheitliche Grundordnung am liebsten abschaffen und durch autoritäre Systeme ersetzen.

Und das Gift zeigt Wirkung: Nicht wenige Zeitgenossen fragen sich in Zeiten von Pandemie und Klimawandel, ob die Demokratie tatsächlich die drängenden Probleme wird lösen können.

Demokratien sterben nicht an einzelnen Demagogen, sondern an zu wenig Demokraten. Demokratien sterben daran, dass sich nicht genug Menschen finden, die sie verteidigen: Sei es aus Zweifel, aus Bequemlichkeit oder aus Angst.

Gott hat uns nicht den Geist der Feigheit gegeben. Sondern einen Geist der Kraft, der Besonnenheit, der Liebe. So hat der Apostel Paulus einmal die Aufgabe der Christen in der Gesellschaft beschrieben. Viel hat sich seitdem verändert, auch unter dem Einfluss christlicher Werte. Aber keine menschliche Gesellschaftsform ist gottgegeben und fällt vom Himmel. Das müssen wir schon selber organisieren.
Und gegebenenfalls verteidigen: In Familie und Freundeskreis, im Kollegium und auf der Straße. Eine Behauptung muss mit Fakten belegt werden. Sonst ist es schlicht eine Lüge und muss auch so genannt werden.
Und die demokratische Diskussion, der parlamentarische Streit um den besten Weg für Land und Leute, darf niemals dazu führen, dass Andersdenkende verächtlich gemacht oder gar bedroht werden. Die Wahrung der Menschenwürde ist oberstes Gebot.

In Deutschland wird in diesem Jahr gewählt. In vielen Ländern und im Bund. Ich freue mich auf echte Debatten. Wegducken gilt nicht. Die Demokratie muss verteidigt werden. Dafür brauchen wir diesen Geist der Kraft, der Besonnenheit und der Liebe.

 

 

Redaktion: Landespfarrer Dr. Titus Reinmuth

 

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