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Kirche in 1Live | 10.08.2026 | floatend Uhr
Auftauchen
Wir sind im Sommerloch! Und ich hoffe das ist jetzt einfach nur mal auf die Jahreszeit bezogen.
Dass das eben nicht bedeutet, dass wir uns jetzt im Leben träge nach hinten in den Pool kippen lassen und froh sind unter Wasser nicht so viel von dem hören zu müssen, was abgeht, außerhalb unserer Reichweite.
Ich merke, dass sich bei mir zu oft so ‘n Gedanke einschleicht, wie „Na, so isses eben“ oder „Kann man jetzt auch nix machen“.
Als Trump das erste Mal Präsident war, da hab‘ ich noch gedacht: „Aha! Jetzt ham sie ihn!“ Ab geht’s, Impeachment-Verfahren, ich roll schon mal den roten Teppich aus für die Gerechtigkeit. Im letzten Monat haben wir uns bei der WM kollektiv über ne rote Karte aufgeregt, die einer der korruptesten Menschen weltweit nach ‘nem Anruf von seinem Buddy zurückgenommen hat. Dass das jetzt Konsequenzen nach sich zieht – das erwartet aber doch kaum jemand ernsthaft.
Und das ist genau das Problem! Weil das ist ja nur die lächerliche Kirsche auf der berühmten Torte. Klar, wir fühlen uns oft machtlos in dieser Welt. Und der Glaube daran, dass das Gute, das Gerechte siegt, der ist ‘n zartes Pflänzchen. Aber ich will nicht aufgeben, daran zu glauben. Weil wenn wir aufhören, zu versuchen, Dinge positiv zu verändern, dann verschenken wir die Welt. Und zwar nicht wie ein schönes Geburtstagsgeschenk, sondern wir geben sie auf.
Also: Wenn wir dann alle mit nem kühlen Kopf aus dem Pool wieder aufgetaucht sind, dann lasst uns unseren Teil in dieser Welt tun. Schließlich ist es auch unsere.
Simon Deregowski, Köln.
