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Warum es das Böse gibt
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Kirche in WDR 3 | 28.03.2026 | 07:50 Uhr

Warum es das Böse gibt

Am Morgen, wenn der Tag noch nicht entschieden ist, da schießen einem ja manchmal merkwürdige Gedanken durch den Kopf … — Dinge, über die man sich sonst so gar keine Gedanken macht. Zum Beispiel, warum es das Böse gibt. Ich finde: das ist eine drängende Frage …, eine große, eine Menschheitsfrage. — Ich weiß: Wir werden sie nicht beantworten können. Schon gar nicht in 3:30 an einem Samstagmorgen.

Mich beschleicht das Gefühl, dass das Böse in der Welt primär keine Frage, sondern viel mehr ein Faktum ist. Untrüglich eine Realität, von der sich der Mensch, selbst wenn er eine Antwort wüsste, nicht distanzieren kann. Böses geschieht. Es ist da, wie der Mensch da ist — so, als wenn es an ihm kleben würde. Wer auf die Kriegs- und Krisenorte dieser Welt blickt, hat Böses unmittelbar vor Augen.

All das ließe sich jetzt bedauern. Aber was würde es nützen? Dass es Böses gibt, ist kein moralisches —, es ist ein menschliches Problem. Es ist die Kehrseite, die dunkle Seite unseres Daseins. Wir können sie nicht abstreifen. Sie gehört zu uns wie eine von zwei Seiten einer Medaille. Die eine — oben —, die liegt im Licht, deshalb sehen wir sie. Die andere Seite — unten —, die ist verdeckt. Wir sehen sie nicht, aber — ob wir wollen oder nicht —: sie ist ebenso da. Und das wissen wir auch.

Gerade die untere Seite der Medaille: Ich nehme sie wahr, weil sie mir näher ist als die obere. Ich spüre, wie sie auf meiner Brust liegt. Wie ich in Berührung bin mit ihr. Die verdeckte, die verborgene Seite lässt sich von der Schauseite meiner Medaille nicht trennen. Die obere bedingt die untere. Und es ist nicht gesagt, welche Seite gerade oben und ob die obere unbedingt die schönere ist. Beide gehören zu mir.

Zum Menschsein gehört — ungeteilt — die ganze Wahrheit meines Lebens: mein Inneres und mein Äußeres, die Schau- und die Schattenseite. Das Gelingende und das Misslingende. Ich kann meine Sonnenseite hervorheben, aber mein Schatten ist unmittelbar mit ihr verbunden. Das eine hängt am andern. Ich sollte es beherzigen, wenn ich es gut mit mir meine.

Das Böse entsteht, wenn ich das, was ich an mir nicht akzeptiere, für ungültig erkläre, es lieber auf andere projiziere. Wenn ich so tun will, als ob meine Schauseite das Ganze wäre. Leider gehen Menschen oft gnadenlos miteinander um, wenn jemand seine verborgene, oft eben auch schwache Seite zeigen will und dann nicht so ist, wie man es erwartet. Systeme, Gruppen, sogar die eigene Familie können einen gehörig unter Druck setzen: „Wenn du nicht …, dann wirst du sehen.“

In den Drohgebärden dieses „Wenn du nicht, dann …“ wächst leise ein gefährliches Gegeneinander. Denn aus dem, was wir im Kleinen verteufeln, werden im Großen die Orte von Hass und Krieg.

Den anderen so anzunehmen wie sich selbst, das wäre das Gebot der Stunde. Mit dieser Kunst könnten wir’s doch mal versuchen — oder?

Ludger Verst aus Köln


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