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Was bedeutet eigentlich
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Kirche in WDR 2 | 20.07.2026 | 05:55 Uhr

Was bedeutet eigentlich

Was bedeutet eigentlich «Demut»?

Fragt er mich. Wir treffen uns zum Laufen, erzählen wie so die Lage ist und tauchen in den Wald ein. Ich berichte, dass mich das Thema Demut beschäftigt.

Er fragt direkt: Was bedeutet das eigentlich?

Jetzt muss ich noch erzählen, dass mein deutlich jüngerer Laufpartner kein Theologe ist und eher naturwissenschaftlich interessiert.

Ich stutze, während wir langsam durch den Wald eine Steigung hinauflaufen und überlege, wie ich jetzt anfangen soll.

«Das Wort Demut hat echt ein sehr bescheidenes Image,» sag´ ich.« Also früher, so in meiner Generation, da dachte man sofort an kirchliche Aufforderungen «sich klein zu machen», «sich zurückzunehmen», mit anderen Worten: die Klappe zu halten; vor allen Dingen gegenüber Autoritäten. Kein Wunder: Genauso wurde es kirchlich oft gebraucht. Leider.


Es ist zusammengesetzt aus einem alten Wort, dass soviel wie «dienen» bedeutet und einem zweiten, dass die Bedeutung von «Mut oder Geist oder Gesinnung hat.«

«Na ja,» sagt er, « das ist ja etwas aus der Mode gekommen.» Wir sind jetzt auf dem Sportplatz angekommen und gehen auf die Bahn. Ich bin übrigens kein Lauffreak und habe fast nie Lust dazu, auch jetzt würde ich am liebsten sofort wieder aufhören, weiß aber: Das mir die Lauferei ziemlich gut tut. Ich will das Ganze persönlicher sagen und höre mich sprechen: «Für mich bedeutet demütig sein, zu akzeptieren, dass ich nicht Gott bin. Also, die entscheidenden Dinge in meinem Leben letztlich nicht im Griff habe. Leben, Tod, sowas. «


Meine Luft wird weniger, die Sätze werden kürzer.

Mein Laufpartner erzählt von Tiktok. Und von Oberflächlichkeit und dass alles immer super und lustig, lustig sein muss. Und es vor allen Dingen um ich, ich, ich geht.

Ich habe immer noch keine Lust, zu laufen. Schweige, damit ich über die Runden komme und denke nur: Gleich ist es geschafft.


«Dein Wille geschehe» habe ich als Christ heute Morgen gebetet.

Gilt für´s Grosse, Schwere, Unerträgliche und genauso für das unerwartet Wunderbare, wie für das ganz Alltägliche, sonst gilt es ja gar nicht.

Ich sag´ja nicht, dass Gott will, das ich laufe.

Ich sage: Ich glaube, dass Gott will, dass ich heute lebe.

Unabhängig von meiner Befindlichkeit. Ich bin dann die Runde zu Ende gelaufen.



Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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