Beiträge auf: wdr2
Kirche in WDR 2 | 15.08.2026 | 05:55 Uhr
Kinoverkündigung
Manchmal reicht ein einziger Augenblick und alles, was selbstverständlich schien, ist plötzlich verschwunden. Genau davon erzählt der Science-Fiction-Film 'The End of Oak Street' seit Donnerstag im Kino. Im Mittelpunkt steht die Familie Plett. Die lebt in einer amerikanischen Vorstadt und alles geht wie gewohnt seinen Gang. Doch dann geschieht etwas Unerklärliches: Ein kosmisches Ereignis reißt ihre gesamte Straße aus der vertrauten Welt heraus und versetzt sie an einen fremden Ort. Dort begegnen die Bewohner nicht nur einer unbekannten Landschaft, sondern sogar prähistorischen Kreaturen. Und aus dem geordneten Alltag wird plötzlich ein Kampf ums Überleben.
Hat noch niemand heute Nacht dieses komische Licht gesehen? Welches komische Licht? Der Wind hat wie verrückt geweht. Starbuck ist ausgerastet und hat gebellt. Vielleicht ein Scheinwerfer von einem Hubschrauber oder ein UFO. Ich glaube, dass unsere Nachbarschaft, unser Haus. Unsere ganze Straße bewegt wurde. Wie ist so was überhaupt möglich?
Schnell wird klar, die Familie hat nur eine Chance, wenn sie zusammenhält. Was den Film so interessant macht, sind dabei gar nicht mal die spektakulären Bilder. Die eigentliche Frage lautet: Was trägt uns, wenn alles wegbricht? Wenn die vertrauten Straßen, die gewohnte Nachbarschaft und die eigene Sicherheit plötzlich verschwunden sind. Diese Frage ist erstaunlich aktuell. Viele Menschen erleben genau das, wenn auch ohne Zeitreisen und Dinos, eine Krankheit, der Verlust eines Menschen, eine Trennung oder die Erfahrung, dass die Welt nicht mehr so berechenbar ist, wie sie mal war.
Sammelt Vorräte, schnappt euch alles, was sich als Waffe eignet. Wir überleben das. Gott lässt uns hier ganz sicher nicht sterben. Greg, du gehst nur an Weihnachten in die Kirche und jetzt erzählst du den Kindern, dass Gott uns hilft. Was ist mit den Menschen, die da draußen gefressen werden?
In der Bibel finden sich viele Geschichten von Menschen, die unvermittelt aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen werden. Abraham verlässt seine Heimat, ohne zu wissen, wohin der Weg führt. Das Volk Israel zieht durch die Wüste und auch die Jünger Jesu erleben immer wieder Situationen, in denen sie den festen Boden unter den Füßen verlieren. Glaube bedeutet also nicht, auf jede Frage eine Antwort zu haben. Glaube bedeutet oft, trotz der Unsicherheit weiterzugehen, nicht weil man den Weg kennt, sondern weil man darauf vertraut, dass man ihn nicht alleine gehen muss. The End of Oak Street erinnert daran, dass Menschen gerade in Krisen entdecken können, was wirklich wichtig ist: Zusammenhalt, Vertrauen und Hoffnung. Dinge, die man nicht kaufen kann und die auch dann bleiben, wenn vieles andere verloren geht. Und vielleicht ist das die eigentliche Botschaft hinter diesem ungewöhnlichen Film. Nicht die Frage, wo wir sind, entscheidet über unsere Zukunft, sondern die Frage, wem wir vertrauen und wer an unserer Seite bleibt. Oder um es mit einem biblischen Gedanken zu sagen: Manchmal führt der Weg durch unbekanntes Gelände, aber Hoffnung entsteht dort, wo Menschen nicht aufhören, gemeinsam weiterzugehen.
