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Kirche in WDR 2 | 27.02.2026 | 05:55 Uhr
Alltagsheilige
Heute ist der Welttag der Nichtregierungsorganisationen. Die NGOs, wie sie abgekürzt heißen, kümmern sich meist um Probleme in der Welt: Hunger, Flucht, Seuchen, Armut. Dort arbeiten also Weltverbesserer.
Früher war das Wort "Gutmenschen" eher spöttisch gemeint, heute ist vielen klar geworden, dass wir bei den vielen Krisen in der Welt unbedingt Menschen brauchen, die sich für das Gute engagieren.
Denen ist auch der verstorbene Papst Franziskus zu Hilfe gekommen. Er hat kurz vor seinem Tod den "Gedenktag für Alltagsheilige" eingeführt. Der erste solche Tag war am 9. November letzten Jahres. Papst Franziskus ging es darum, den Blick auf all das Gute zu lenken, das im Alltag geschieht. Zitat: "Oft ist das die Heiligkeit 'von nebenan derer, die in der Nähe wohnen und die ein Widerschein der Gegenwart Gottes sind, oder, um es anders auszudrücken, die 'Mittelschicht der Heiligkeit'." Das Wort gefällt mir gut: Mittelschicht der Heiligkeit. Denn als offizielle Heilige mit Gedenktagen werden ja oft Menschen verehrt, die in ihrem Leben so vorbildlich waren, dass zumindest ich oft denke: „Wie kann ich denn da mit meinen bescheidenen Bordmitteln mithalten“?
Aber: Heiligkeit ist eben nicht nur was für die „Ehre der
Altäre“, Heiligkeit passiert ganz oft im Maschinenraum des Lebens. Wo Menschen
anpacken. Sich kümmern. Selbstlos. Gratis – aber eben nicht umsonst. In den
NGO’s finden sich viele von denen. Alltagshelden gibt es aber auch ganz nah bei
uns, in NRW.
Das Land ehrt immer wieder einige von ihnen: Die beiden
Kinder, die sahen, wie ein anderes Kind im Badesee regungslos unter Wasser lag.
Schnell raus und dann die Wiederbelebung, gelernt bei der Ausbildung zur
Schulsanitäterin. Der Jüngere holte Erwachsene zu Hilfe. Oder einer, der mit
einem nassen Handtuch vor dem Gesicht ein Baby aus einer brennenden Wohnung
rettete.
Bei einem Vortrag habe ich von dem neuen Gedenktag für Alltagsheilige erzählt. Danach kam eine Mutter, um sich bei Papst Franziskus zu bedanken. Seit vielen Jahren betreue sie ihr schwerbehindertes Kind. Für mich gehört diese Frau nicht nur zur Mittelschicht der Heiligen, sondern in die Top-Liga.
Der Heilige Franz von Sales hat gesagt: "Der Alltag
ist der Weg zu Gott". Der Kölsche säät: Do simmer dobei, Also: da machen
wir mit.
Herzliche Einladung!
