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Kirche in WDR 3 | 22.05.2026 | 07:50 Uhr
Ein besonderer Geburtstag
Mein Freund Matthias war
ein Maienkind. Kennengelernt hatten wir
uns in einem Geburtsvorbereitungskurs und sind seit fast 30 Jahren befreundet. Nach seiner
Pensionierung ist er mit seiner Frau in die Nähe von Emden gezogen. Leben an der See. Dorthin werden wir am
Pfingst-Montag fahren. Aber leider nicht zu seiner Geburtstagsparty. Vielmehr müssen wir von Matthias
Abschied nehmen. Wir nehmen teil an seiner
Seebestattung. Viel zu früh ist er Ende
März mit 64 Jahren und voller Pläne und Ideen gestorben. Matthias
war als Familienvater, Kollege und Freund ein lebensbejahender, fröhlicher und
geselliger Mensch. Es ist so traurig, dass
er nicht mehr da ist. Vor der Seebestattung am
kommenden Montag, fand schon Ende April die Trauerfeier in Emden statt. Mich hat
beeindruckt, dass sich Matthias Familie ein Lied gewünscht hat zur Trauerfeier. „Einmal
seh´n wir uns wieder“ heißt es, in der Version von Joel Brandenstein:
„Einmal seh‘n wir uns wieder, einmal schau ich auch von oben zu. Auf meine alten Tage, leg ich mich dankend nieder und mach für alle Zeiten meine Augen zu.“
Das Lied bringt etwas zum Ausdruck, was uns allen klar und bewusst ist: unser Leben ist begrenzt und wird zu einem Zeitpunkt zu Ende gehen, den wir vorher nicht kennen. Aber: auch wenn die Sterblichkeit unser unvermeidliches Schicksal ist, so machen wir uns das nicht immer bewusst. Nun will ich Ihnen nicht das anstehende schöne Pfingstwochenende vermiesen mit dem Gedanken an die eigene Sterblichkeit. Aber: Wie intensiv würden wir den Moment erleben und wertschätzen, wenn uns bewusst wäre, dass es möglicherweise unser letzter Moment sein könnte? Mein Freund Matthias ist zu Beginn der Karwoche gestorben. Also in der Woche, in der an Karfreitag auch ein Tod steht. Für mich deutete Matthias Sterben in der Karwoche – bei allem Verlust – auf Ostern hin. Denn am Ende der Karwoche steht die Auferstehung. Jesus selbst bringt die Bedeutung von Ostern mit seinen Worten auf den Punkt (Joh 11,25-26):
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,?und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“
Ich weiß nicht, wie diese christlichen Ur-Überzeugungen in Ihnen klingen. Mich tragen Sie. Für mich ist die Botschaft vom leeren Grab kein leeres Gerede. Und für mich ist sie der Grund dafür, das Lied von Joel Brandenstein nicht als leeres Gerede zu nehmen. „Es gibt etwas nach dem Leben“ singt er; sehr offen und nicht konkret formuliert, aber doch zuversichtlich. „Einmal seh’n wir uns wieder.“ – Ja, das ist eine österliche Botschaft. Die Osterzeit endet übrigens mit dem Pfingstfest. Jetzt ist das Fest des Heiligen Geistes. Und der weht ja, wo er will.
Und wenn mir am Pfingstmontag in Emden der Wind um die Nase weht, bei der Seebestattung meines Freundes Matthias, dann will ich nicht nur traurig sein. Ich möchte auch ein Stück „begeistert“ sein von dem Funken Hoffnung, dass wir uns einmal wiedersehen. Wäre ein solcher Funke Hoffnung nicht etwas wunderbar Bestärkendes? Für den Monat Mai und für unser ganzes Leben?
Einen solchen Funken Hoffnung und frohe Pfingsttage wünscht Ihnen heute –
Peter Krawczack aus Düsseldorf
