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Der ungläubige Thomas
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Kirche in WDR 2 | 09.06.2026 | 05:55 Uhr

Der ungläubige Thomas

Mir ist das ja sympathisch.

Dass der erst mal sagt: Ich glaub´ das nicht. Das kann nicht sein.

Der ungläubige Thomas.


Der von den Toten auferstandene Jesus Christus hat sich seinen Jüngern gezeigt und er – Thomas - ist leider nicht dabei gewesen. Offensichtlich ist er zur falschen Zeit am falschen Ort. Der Auferstandene spricht sogar mit ihnen und gibt ihnen einen Auftrag: „Friede sei mit euch. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“

Dann kommt das Beste: Christus haucht sie an und sagt: Heiligen Geist sollt ihr empfangen! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr sie nicht vergebt, dem sind sie nicht vergeben. Wow!

Was für eine Zusage! Was für ein Auftrag!

Da kann man schon mal sagen: Glaub ich nicht. So wie Thomas. Er will, er braucht Beweise. So wie die anderen Jünger. Ihnen hat Christus ja bereits seine Folterwunden gezeigt.

Dann zeigt sich der auferstandene Christus dem Thomas allein.

Doch Thomas bittet Christus nicht darum, seine Wunden sehen zu dürfen. Im Gegenteil: Der auferstandene Christus macht es freiwillig, von sich aus. Er fordert Thomas sogar auf, seine Wunden zu berühren. „Mein Herr und mein Gott“ antwortet Thomas.


Thomas ist jetzt auf dem Stand der anderen Jünger. Alle Jünger glauben nun, weil sie den auferstanden Christus gesehen haben. Deshalb: gilt für alle Jünger, was Christus dem Thomas sagt: „Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Selig, die nicht sehen und doch glauben!“

Klar, Ostern ist vorbei. Nur: für Christen gilt: Ohne den lebendigen, auferstandenen Christus ist alles nichts. Deshalb ist heute auch Ostern, wie jeden Morgen, weil ich jeden Morgen die Hoffnung und den Glauben brauche, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Dass Gewalt und Not, Krieg und Krankheit, Trauer und Angst nicht das letzte Wort haben, weil es ein Leben nach dem Tod gibt und mit ihm eine neue Gerechtigkeit.


Und natürlich ist es für uns schwerer das zu glauben, als für die Jünger!

Es geht um das ganze Leben vor dem Tod, weil mit dem Tod nicht alles aus ist.



Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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