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Kirche in WDR 2 | 18.09.2026 | 05:55 Uhr
Dankbar sein
Kannse so machen. Dann is es halt Kacke.
Lese ich auf einem Messingschild und bin erstmal unschlüssig, ob ich das ordinär oder präzise oder beides finden soll.
Was gemeint ist, ist klar: das Naheliegende, Übliche, muss überhaupt und in keinem Fall, das Allerbeste sein.
Kannse so machen, dann ist es halt…. Eben.
Schlechte Laune zum Beispiel, oder nur noch die Probleme sehen, nur noch, oder sich andauernd vergleichen. Zum Beispiel.
Gott und der Welt alles in die Schuhe schieben. Schuld, Ohnmacht, Verzweiflung.
Als hätte ich davon eine Ahnung. Von Gott. Und der Welt. Und den Anderen.
Was weiß ich wirklich? Sicher. Gut, ich werde
sterben. Und?
Ja, ok. Eins und eins ist
zwei. Schon klar. Andere Abteilung. Also, was weiß ich wirklich sicher von Dir
und mir? Von den sogenannten Anderen? Von Gott?
Weniger als ich denke, zumeist.
Erstaunlich, wieviel trotzdem funktioniert.
Mir hilft bei dem ganzen Durcheinander und dem, was ich nicht verstehe, zu fragen, wofür ich heute Gott dankbar bin.
Wofür bist Du dankbar?
Das ist jetzt was Anderes als die Frage: Worin bist du ein toller Hecht oder eine tolle Rogner, wie die Hechtin in der Fachsprache heißt.
Wofür bist du dankbar? Heute Morgen?
Mir fallen zunächst Menschen und Lebensumstände ein. Dinge, die ich nicht gemacht habe.
Dankbar bin ich für etwas, was ich bekommen habe, etwas, das mir passiert.
Ja.
Manchmal ist die Frage nach der Dankbarkeit extrem – sagen wir – unpassend.
Obwohl: Sie hilft mir zu sehen, dass es mehr gibt als alles. Als all das, was mich im Moment ärgert, traurig macht, mehr als das, was ich nicht verstehe.
Gott ist mehr als alles. Anders und fremd. Nah und fern.
Wofür bin ich heute dankbar?
Wenn mir gar nichts einfällt:
Gott atmet mich.
Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius
