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Kirche in WDR 2 | 18.04.2026 | 05:55 Uhr
Weisheit
Gott gebe mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Das sogenannte Gelassenheitsgebet. Heute geht es um die Weisheit.
Große Baustelle. Immer gerne genommen. Selten vorhanden. Oft ziemlich subjektiv.
Mit Weisheit macht man ja in der Regel nichts falsch. Na, ja. Sagen wir weniger falsch.
Vom Kalenderspruch bis zur Deko im Einrichtungshaus: überall Weisheitssprüche. Eben. Sprüche. Weisheit? Scheint irgendwie erstrebenswert, - aber was soll das denn eigentlich sein? Coolness? Lebenserfahrung? Das, was vor der Erleuchtung kommt?
Wahrscheinlich irgendwas mit Ruhe. Und mit Liebe, sage ich als Christ. Weil Liebe ist ja immer gut. Kein Spruch. Liebe ist, vor allen Dingen, wenn sie Liebe ist, immer gut.
Gott gebe mir, die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.
Also, die Dinge, die ich ändern kann, von den Dingen, die ich nicht ändern kann.
Scheint ja oft einfach. Um es dann bei genauer Betrachtung doch nicht zu sein.
Weisheit soll das Kriterium sein. Also: Championship in Entscheidungsfragen.
Frage ich die KI was das denn sei: Weisheit, bekomme ich folgende Antwort: „Weisheit sei ein tiefes Verständnis des Lebens, das auf umfassender Erfahrung beruht, komplexe Situationen zu durchschauen und sinnvoll zu handeln. Und so weiter.“ Stimmt schon irgendwie. Nur eben auch nicht mehr als „irgendwie“.
Ich glaube, es geht um die schlichte, wie wesentliche Frage, was dem Leben dient.
Und da sind Ruhe und Liebe sicher gute Ratgeber, um zu Entscheidungen zu kommen, Dinge zu tun oder eben nicht, weil ich die Dinge akzeptieren muss, wie sie sind.
Was kann ich heute ändern und was eben nicht?
An mir und für die Welt?
Wofür brauche ich Gelassenheit und die Bereitschaft Ohnmacht, auszuhalten, weil ich machtlos bin, Dinge zu nicht ändern zu können, die ich eben nicht ändern kann?
Wofür Mut?
Weisheit die Gott schenkt, entscheidet. Um das eine vom anderen zu unterscheiden.
Kneifen bringt nix. Dann entscheiden andere.
Gott bitten, schenkt Atem.
Für Gelassenheit und Mut.
Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius
