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Kirche in 1Live | 04.09.2026 | floatend Uhr
Seitenwechsel
“Wir haben ein Tor gegen Deutschland geschossen. Eigentlich haben wir gewonnen!“ Die Weltmeisterschaft ist seit Wochen vorbei, aber Instagram spült mir trotzdem dieses Video in meinen Feed. Maria wird nach dem WM-Spiel gegen Deutschland interviewt. Ihr Heimatland Curaçao hat gerade 1:7 verloren, aber sie strahlt über das ganze Gesicht. Für sie ist es die größte Freude, dass ihr Heimatland überhaupt bei der Weltmeisterschaft dabei ist.
Ich finde diese Einstellung großartig. Während wir oft erst anfangen zu jubeln, wenn der Pokal geholt wird, feiert sie diese Niederlage wie den Weltmeistertitel. Weil sie den Fokus nicht auf das legt, was schiefgelaufen ist, sondern auf das, was erreicht wurde: Sie sind bei der WM dabei und haben sogar ein Tor geschossen. Übrigens als kleinstes Land jemals, denn Curaçao ist gerade mal so groß wie Paderborn.
Ich bin im Alltag oft auch viel zu sehr auf den perfekten Königssieg gepolt. Die 1,0 in der Hausarbeit, das perfekte Workout oder und der fehlerfreie Tag im Job – alles darunter fühlt sich schnell wie eine Niederlage an. Dabei ist das totaler Käse! Große Ziele zu haben ist super, aber die Anzeigetafel ist eben nicht alles. Es lohnt sich auch mal die Perspektive umzudrehen und sich über das zu freuen, was da ist. Denn manchmal reicht ein Tor, um den Tag trotzdem als Gewinner zu beenden.
Quellen: https://www.sportschau.de/fussball/fifa-wm-2026/curacao-fan-maria-ein-tor-ist-ein-sieg,wm-schalte-curacao-100.html
zuletzt abgerufen am 12.08.26
Sprecherin: Lisa Kielbassa
Redaktion: Landespfarrerin Julia-Rebecca Riedel
