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Kirche in 1Live | 12.08.2026 | floatend Uhr
Wie geht’s dir?
Wie geht es dir?
Textet ihr das anderen, weil euch nix Besseres einfällt für den ersten Satz bei Whatsapp? Oder fragt ihr das in nem Gespräch wirklich so hundert Prozent ernst?
Ich ziel jetzt ehrlich gesagt nicht immer auf ne ausführliche Antwort ab. Da ist das gute alte „Hi, wie geht’s?“ oft eher der Lückenfüller. So geht’s euch sicher auch ab und zu. Und deshalb ist die Antwort eben auch oft nicht so ernst gemeint.
„Alles gut“, sagen dann viele. Die sagen das manchmal auch in anderen Situationen. Zum Beispiel, um ‘nem Konflikt aus dem Weg zu gehen, auf den man keinen Bock hat. Dann lieber die eigene Meinung runterschlucken.
„Sicher, dass du kein Problem damit hast?“
„Nee, nee – alles gut.“
Tja. Ich selbst antworte manchmal auf die Frage, wie’s mir geht, einfach ironisch mit: „Sehr schlecht.“ Das ist auch nicht besser, nur das andere Extrem. Die Wahrheit liegt ja meistens irgendwo dazwischen.
Und wenn ich diese Wahrheit wirklich hören will, wenn ich wirklich checken will, was abgeht und mich für den Menschen interessiere, den ich da gefragt hab, dann muss ich mir ein bisschen Zeit nehmen. Und mich manchmal eben nicht mit der ersten Antwort zufriedengeben. Und andersrum bedeutet das, auch ehrlich zu antworten, wenn mich jemand wirklich fragt, wie es mir geht. Das traue ich mich aber zum Beispiel auch nur, wenn ich das Gefühl hab, dass die Frage ernst gemeint ist.
Simon Deregowski, Köln.
