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Kirche in WDR 2 | 08.07.2026 | 05:55 Uhr
Der CO2 Fußabdruck
Stellen Sie sich vor, Sie blasen alle 2,43 Sekunden einen Luftballon auf – nicht mit Luft, sondern mit CO?.
Klingt nach einem seltsamen Hobby, oder?
Für die Reichsten - 0,1 Prozent der Weltbevölkerung - ist das Alltag.
Der Rest von uns braucht dafür 16 Minuten.
Unbestritten ist: Es gibt einen Zusammenhang von extremen Reichtum und dem CO2 Fußabdruck eines Menschen:
Nur zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen jährlich Umweltschäden in Höhe von 5,7 Billionen Dollar. Wie Du Dir denken kannst: Mehr als 60 Prozent dieser Gruppe leben in den USA und der EU.
Diese Zahlen sind atemberaubend – und das nicht nur, weil alleine Elon Musk mit seinen Privatjets mehr CO? ausstößt als 834 Durchschnittsmenschen in ihrem ganzen Leben.
Nein, es geht um uns alle.
Denn auch wir, die wir nicht zu den Superreichen zählen, aber im globalen Vergleich zur Elite gehören, verbrauchen Ressourcen, als würden die jedes Jahr neu nachwachsen.
Jesus trifft einen jungen Mann, der alles hat – und trotzdem unglücklich ist. „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ fragt er.
Und Jesus antwortet: „Verkaufe, was du hast, gib es den Armen, und folge mir nach.“
Der Jüngling geht traurig weg.
Zu viel verlangt.
Wie reagieren wir?
„Also, Jesus, das mit dem Privatjet ist jetzt aber wirklich zu viel verlangt …“ Die Botschaft ist klar:
Die Reichen sind nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung.
Ihr Kapital, ihre Unternehmen, ihre Investitionen, ihr Lebensstil – das alles prägt, was wir als normal ansehen.
Also: Wenn Elon Musk morgen beschließt, nur noch mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren -okay, vielleicht eher mit dem E-Auto - dann hat das eine Signalwirkung.
Die von den Forschenden errechnete Schadenssumme von 5,7 Billionen Dollar entspricht in etwa dem Budget, das nötig ist, um diese Krisen zu bewältigen.
Dazu müssen allerdings alle im globalen Kontext Bessergestellten die Kraft aufbringen, bei sich selbst anzufangen.
Also auch wir.
Die Bibel sagt: „Wem viel gegeben ist, von dem wird viel verlangt.“ (Lukas 12,48)
Das gilt für Reichtum – und für unseren Planeten.
Wir müssen nicht alle unser Vermögen verschenken.
Aber vielleicht reicht es schon, wenn wir uns fragen:
Wie viel ist genug?
Und: Was hinterlassen wir – außer CO??
Und: Wem glauben wir?
Denen, die an Fossiler Energie gut verdienen?
Oder denen, die eine andere Richtung vorschlagen?
Die Erde ist kein Einwegprodukt.
Also, lasst uns gut darauf aufpassen –und denkt dran: Auch die kleinen Schritte zählen.
Quelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/klimawandel-die-reichen-verbrauchen-die-erde-sie-sollten-dafuer-mehr-zahlen-a-fdf99e7d-927f-4355-9228-ca78cb64ccdb
Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius
