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Nicht nur Vater
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Kirche in WDR 3 | 30.04.2026 | 07:50 Uhr

Nicht nur Vater

Guten Morgen


Da sitzen wir an einem Abend in einer kleinen Runde zusammen und reden über Gott und die Welt. Das heißt, wir reden über alles Mögliche, was in der Welt so los ist, bis irgendeine tatsächlich auf Gott zu sprechen kommt.


„Ihr sprecht von Gott immer als Vater oder HERR. Ist Gott denn eigentlich ein Mann?“, fragt sie in die Runde. „Nein, natürlich ist Gott kein Mann“, da sind wir uns alle einig. „Aber“, so hakt sie nach, „warum habt ihr dann für Gott immer nur männliche Namen und Bilder? Vater, Herr, König oder Hirte. Alles Bilder von lauter Kerlen.“


Wir fühlen uns ertappt und schauen uns etwas verdutzt an. Sie hat ja Recht, und so setzt sie in das etwas betretene Schweigen noch ein Statement: „Für mich ist Gott eine Frau.“

Jetzt herrscht erstmal Stille und Irritation. „Ich könnte Gott niemals als Frau anreden!“, sagt eine andere Frau und schaut mich hilfesuchend an: „Sag du als Pastor doch auch mal was!“


Ja, sicher, es gibt auch Bibelstellen, wo Gott weibliche Züge zugeschrieben werden. Wo er mit einer Hebamme verglichen wird oder mit einer Bäckerin.(1) Schließlich hat Gott, nach den biblischen Berichten, auch Mann und Frau als sein Ebenbild erschaffen. Und doch wird von Gott vor allem als Vater geredet. Etwa im Gleichnis vom verlorenen Sohn, das heißt eigentlich vom barmherzigen Vater. Oder im Vaterunser-Gebet. Jesus betet es auf Aramäisch und nennt Gott da „Abba“ – zu Deutsch „Papa“.


Doch was ist, wenn ich beim Wort Vater nicht an etwas Gutes denke, sondern schwierige oder gar schlimme Erfahrungen mit meinem Vater gemacht habe? Dann werde ich andere Bilder für Gott brauchen. Vielleicht so eines, wie es der Prophet Jesaja beschreibt: Gott sagt: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.(2)


Der Prophet vergleicht Gott mit einer Mutter, die ihrem Kind die Brust gibt. Und meint damit: Ihr werdet sein, wie ein gerade gestilltes Baby. Das war genau der Trost, den die Leute zur damaligen Zeit in ihrer ausweglosen Situation brauchten. Aus dem Exil in Babylonien zurückgekehrt, finden sie nur Trümmer und Ruinen. Sie brauchen jetzt das Gefühl: Bei Gott bin ich sicher und geborgen, wie ein gestilltes Baby bei seiner Mutter.

Gott – wie ein Vater, wie eine Mutter. Hier geht es nicht um das Geschlecht, sondern darum:


Wer ist Gott für mich?


Ich denke an den vertrautesten Menschen, den ich habe oder hatte. Der Mensch, der mir am meisten bedeutet oder dem ich am meisten bedeute. An den Freund, der mich schätzt, aber auch immer wieder herausfordert. Der mir vergeben hat, obwohl ich ihn verletzt habe.

An die Freundin, die mir zuhört, und für mich da ist, wenn ich sie brauche. Der ich meine Meinung sagen darf und die mir ihre Meinung sagt. Und ich weiß genau, dass sie vorbehaltlos zu mir steht und dass sie es gut mit mir meint.


Genau so ist Gott für mich. Dabei habe ich kein Gesicht oder eine konkrete Vorstellung von Gott vor Augen. Aber ich habe eine Vorstellung davon, was Gott mir bedeutet und was ich Gott bedeute. Er ist größer als alle meine Vorstellungen, und sie ist immer wieder anders, aber immer für mich.


(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und 5: )

Ihr Pastor Heinz-Bernd Meurer aus Velbert.


Quellen:

(1) Die Bibel: Psalm 22,10-11; Matthäus 13,33

(2) Jesaja 66,13 Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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