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Kirche in 1Live | 27.04.2026 | floatend Uhr
Nur eine Silbe
Tschüss. Das ist so ein Wort, das klingt völlig harmlos, hat es aber in sich. Nur eine Silbe – wahrscheinlich benutzt du sie ständig. Ganz automatisch. Heute Morgen beim Bäcker vielleicht, mit dem Kaffee in der Hand oder im Treppenhaus: Tschüss.
Dieses Wort ist ziemlich …
fromm. Denn „Tschüss“ kommt
wahrscheinlich vom französischen
Adieu und heißt wörtlich „zu Gott“, oder etwas freier formuliert „Gott
befohlen, Gott anbefohlen.“ Im
Grunde sagst du also: „Ich kann jetzt nicht mehr auf dich aufpassen. Aber Gott
kann das.“
Bis zum Ersten Weltkrieg war „Adieu“ der häufigste Abschiedsgruß hier in Deutschland. Dann wurde alles Französische plötzlich unpopulär und übrig blieb: „Tschüss“ oder „Tschö“.
Abschiede sind ja immer ein bisschen Kontrollverlust. Du gehst in deine Richtung, ich in meine. Ich weiß nicht, was dir passieren wird. Und genau deshalb ist die Bedeutung von „Tschüss“ so schön: Ich überlasse dich nicht einfach dem Zufall. Ich bitte für dich um Schutz.
Also, falls du heute noch jemanden verabschiedest, dann weißt du jetzt: Du sagst nicht nur „Tschüss“, du schickst einen kleinen Reisesegen mit. Also, in diesem Sinne: Tschüss!
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Tsch%C3%BCs (zuletzt aufgerufen am 14.04.2026)
Sprecher: Jan Primke
Redaktion: Landespfarrerin Julia-Rebecca Riedel
