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Kirche in WDR 2 | 17.07.2026 | 05:55 Uhr
Endlich Ferien!
Heute ist in Nordrhein-Westfalen der letzte Schultag. Endlich Ferien. Bei uns ist schon fast alles aufgebaut für unsere Kinderstadt HöVi- Land in den ersten drei Wochen der Sommerferien. Start ist mit dem Eröffnungsgottesdienst übermorgen. Gut 500 Kinder sind dabei, in festen Gruppen betreut von rund hundert jugendlichen Leiterinnen und Leitern. Auch viele Erwachsene helfen mit. In der Küche, bei den Nachtwachen, im Technikteam, bei gut 130 Ausflügen. Es klappt, weil es ökumenisch organisiert ist, dieses Jahr zum dreiunddreißigsten Mal. Natürlich ist es schön, dass in unserem leider armen Stadtteil die Kinder eine schöne Zeit erleben und Freundschaften schließen.
Die Bedeutung der Kinderstadt geht jedoch weiter. Schon der Name HöVi- Land zeigt das. Es geht um Höhenberg und Vingst, zwei Stadtteile im armen Kölner Osten. Es geht darum, diese Veedel, wie es in Köln heißt, zu stabilisieren. Und zwar durch Selbsthilfe, durch das Engagement der Menschen vor Ort. So wächst ein Zusammenhalt, der das Jahr über trägt.
Die jungen Menschen, die die Kindergruppen leiten, werden seit Februar intensiv ausgebildet. Pädagogisch, in Erster Hilfe, auch musikalisch. Denn: In der Kinderstadt wird viel gesungen, es gibt auch jedes Jahr ein neues Mottolied. Neben den Abenden in der Woche gibt es auch ein gemeinsames Wochenende in einem Bildungshaus. Das ist zwar teuer, lohnt sich aber sehr. Denn es geht nicht nur darum, fit für die Gruppenleitung im Team zu werden, sondern auch um Erfahrungen der Selbstwirksamkeit. Während der Kinderstadt kommen die Jugendlichen jeden Nachmittag zur Reflektion zusammen, wenn die Kinder auf dem Weg nach Hause sind. Für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen ein wertvolles Kapital.
Ein weiterer Aspekt ist seit Jahren deutlich spürbar. Die Erfahrungen als Leiterinnen und Leiter in der Kinderstadt verstärken über die Zeit die Bindung an das Veedel und die Kirchengemeinden. So sind dann viele junge Erwachsene bereit, in Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand oder Presbyterium mitzuarbeiten. Oder auch bei praktischen Aufgaben wie etwa dem Auf- und Abbau der über 100 Weihnachtssterne an den Straßenlaternen in HöVi. Oder sie engagieren sich in der Ökumenischen Familienwerkstatt, die die Kinderstadt das Jahr über sozusagen mit über 100 Angeboten fortsetzt. Zusammengefasst: übermorgen beginnt das Herz unseres Veedels zu schlagen, das uns das ganze Jahr mit Blut versorgt, um es mal ein wenig poetisch zu sagen.
