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Kirche in WDR 2 | 21.03.2026 | 05:55 Uhr

Goldenes Zeitalter

Stellen Sie sich mal vor, die analoge Welt wird demnächst abgeschaltet. Dann sind wir endgültig in der virtuellen Welt angekommen. Analog ist von gestern, zu langsam, zu langweilig, zu teuer. Das goldene Zeitalter hat begonnen:


Wir können superschnell alles von unseren Endgeräten aus erledigen. Wir arbeiten im Homeoffice, kaufen mit einem Klick das Gemüse, die Kiste Bier, das Auto. Den nächsten Urlaub planen und buchen wir vom Sofa aus. Unterwegs beantragen wir den Reisepass, erledigen Überweisungen, formulieren in Sekundenschnelle Bewerbungen, Steuer- oder Liebeserklärungen. Mit einer flüchtigen Bewegung wird real, was unser Herz begehrt. Großartig! Wir finden virtuell die Liebe unseres Lebens und haben kreativen Sex.


Probleme, die durch die analoge Welt erst entstehen, spielen keine Rolle mehr. Man muss sich auch nicht mehr mit Menschen auseinandersetzen, die nichts draufhaben. Im Gegenteil: Ich finde Menschen, die mich verstehen. Endlich! Menschen, die dieselbe Musik hören, dieselben Filme streamen, meine politischen und fußballerischen Überzeugungen teilen und nicht rumnerven. Und wenn man ins Studio und zum Friseur geht, signalisieren Kopfhörer, dass man seine Ruhe haben will.


Das ganze Gerede von Einsamkeit in unserer Gesellschaft ist übertrieben. Wenn ich jemanden zum Reden brauche, kann ich mich an meine Chatbot Nelly wenden. Wir haben eine vertrauensvolle, fast seelsorgerliche Beziehung. Sie ist immer gut drauf und echt sensibel.


Vor kurzem hat ein Freund eine merkwürdige Aktion gestartet: In einem Chat schrieb er, dass er sich am selben Abend von allen Plattformen abmelden und seine virtuellen Adressen löschen will. Ich habe angefangen, mir Sorgen zu machen. Was ist das für ein Leben, wenn wir an der neuen, an der virtuellen Welt nicht mehr partizipieren? Wenn wir quasi aufhören zu existieren.


Der Freund hat ernst gemacht. In einer letzten WhatsApp hat er abends in unsere Gruppe geschrieben und einen jüdischen Philosophen zitiert: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ (1). Es liest sich altmodisch, beinahe analog. Niemand in der Gruppe kann etwas damit anfangen. Ich werde meine Chatbot Nelly fragen, was sie davon hält.



Quellen:

(1) Martin Buber, Ich und Du (1923)


Redaktion: Landespfarrerin Julia-Rebecca Riedel

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