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Kirche in WDR 4 | 05.05.2026 | 08:55 Uhr
Isses Sünde, eine Vernunftehe einzugehen??
Isses Sünde, eine Vernunftehe einzugehen?...kann man ja mal fragen, im Wonnemonat Mai. Wo die Heiratssaison beginnt. Beim Wort „Vernunftehe“ haben ich sofort Bilder von Filmen aus den 60er Jahren im Kopf, wo Menchen aus kühler Berechnung heiraten, um zum Beispiel das Familienunternehmen zu retten. „Das Erbe der Guldenburgs“ quasi….wobei…die Serie stammt aus den 80ern….Wie auch immer: Gefühlt leben wir heute doch im Zeitalter der Seelenverwandtschaft – wer heiratet, der muss gefälligst Schmetterlinge im Bauch haben. Gibt’s denn noch was anderes als die große Liebesheirat? Auf Instagram und Co sicher nicht… In unserem Podcast „Isses Sünde“ haben wir uns gefragt, ob es für die Ehe wirklich die große Liebe braucht? Selbst im katholischen Eherecht ist die Ehe eine "Lebens- und Liebesgemeinschaft", in der die Liebe Gottes widergespiegelt wird – und damit ein Sakrament. Wobei: historisch gesehen ist die reine Liebesheirat eine ziemlich junge Erfindung. Früher ging es oft eher darum, das Überleben zu sichern. Mein Freund Alex sieht in der Ehe aber weit mehr als nur ein praktisches Arrangement. Für ihn ist die Verbindung zwischen zwei Menschen ein tiefes Symbol, das über das bloße Funktionieren hinausgehen muss: „Ja, Jesus hebt im Neuen Testament die Treue und die Beziehung zwischen den Eheleuten hervor, zum Beispiel im Markusevangelium. Darum geht es. Und dabei bezieht er sich ja eben auch auf sein Gottesbild, das eben betont, dass die Liebe zwischen zwei Menschen quasi ein Abbild der Liebe Gottes zu den Menschen ist. und deshalb ist es auch gar nicht denkbar, dass eine Ehe, im Grunde genommen nur zweckhaft funktionieren kann.“
Aber was ist, wenn man die Schmetterlinge im Bauch einfach überspringt? Wenn man sagt: Wir schätzen uns, wir respektieren uns, wir wollen gemeinsam durchs Leben gehen – aber die große filmreife Leidenschaft bleibt aus? Ist das dann minderwertig? Christoph warnt davor, die Liebe zu eng zu definieren. Er findet, dass auch eine tiefe Freundschaft und die bewusste Entscheidung füreinander eine Form von Liebe sind: „Wer bin ich denn zu urteilen, welche Liebe hier den höheren Stellenwert hat? Das spricht doch Liebe raus, wenn ich sage: Wir verstehen uns, wir respektieren uns, ich bin sogar bereit, für dich zu sorgen. Das ist ja Liebe!“Vielleicht ist die Vernunft gar kein Feind der Liebe, sondern manchmal ihr ehrlichstes Fundament. Denn am Ende bedeutet Liebe ja auch: Verantwortung füreinander übernehmen, treu sein und gemeinsam durch das Leben gehen – ganz egal, wie wild es am Anfang im Bauch gekribbelt hat oder nicht. Wie sehen Sie das? Muss die Liebe immer brennen oder reicht ein verlässliches, vernünftiges „Ja“ zueinander aus? Schreiben Sie mir auf www.kirche-im-wdr.de.
Hinweis: Den Podcast „Isses Sünde“ finden Sie hier: https://bistum-osnabrueck.de/podcast-isses-suende/
Die aktuelle Folge finden Sie u.a. bei Spotify: https://open.spotify.com/episode/4tiLbs3MV9w5VCwXB1tQrd
Und auch bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=eUMFTeUaybU
Kontakt: urs@dasbodenpersonal.de
