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Kirche in WDR 2 | 07.08.2026 | 05:55 Uhr

Rosaorange

Ich habe die Gemeinde gewechselt, komme zum ersten Mal in mein Gemeindehaus, gucke auf die Heizkörper und denke: Orange! Und bin nachhaltig „beindruckt“. Dann entdecke ich: Auch die Fliesen in den WC-Anlagen haben einen Touch Orange… und die Gardinen in der Kirche aus dem Jahr 1972 mit den grünen Stühlen auch. So langsam erschließt sich mir das Farbkonzept. Ist eben nicht so langweilig wie bei mir zuhause. Da ist alles in grau-weiß-schwarz.

Dann verliebe ich mich. Und er streicht seine Küche und den Flur. In Orange. Denn er liebt diese Farbe und ich erinnere mich: Ich habe ja noch einen Bezug für mein Sofa - in Orange. Überall wo ich Orange sehe, sind jetzt rosa Gedanken. Auch bei den Heizkörpern, das Orange gefällt mir immer besser.


Alles wird anders, wenn man anfängt zu verstehen, was dahintersteckt. Und vor allem: Alles wird schön, wenn man es mit Liebe verbindet. Wie blöd fand ich eigentlich den Namen, mit dem mein Hund zu mir kam. Perla. Und wie süß ist sein Klang in den Jahren danach für mich geworden. Wie schön finde ich inzwischen Windräder und Solaranlagen, weil sie kleiner sind als Atomkraftwerke. Und uns sauberen Strom ins Netz schleusen und das nichts anderes ist, als diese Erde und ihre Zukunft fürsorglich zu bedenken, also zu lieben. Wie schön finde ich inzwischen Gendersternchen, denn sie bedeuten für mich: Hier werden Menschen verstanden, geliebt und sie sind nicht nur Sprache oder Gewohnheiten.


Ich weiß nicht, was wichtiger ist. Verstehen oder Lieben. Manchmal denke ich: Wer liebt, will den anderen verstehen. Wer liebt, beobachtet, fragt nach. Und dann denke ich wieder: Wer liebt, muss nicht immer verstehen. Akzeptieren, dass der andere nun mal eine Küche in Orange will und darüber liebevoll schmunzeln reicht vermutlich auch.


„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe,“ (1) steht in der Bibel. Schreiben mit Gendersternchen, Windräder bauen, Namen hören oder sogar Einrichtungskonzepte verstehen sind nur einige Beispiele. Bestimmt gibt es heute anderes, was dich „beeindruckt“ oder sogar richtig stört. Verbinde es doch mal mit Liebe oder frag nach, was dahintersteckt.


Quellen:

(1) Die Bibel, 1 Kor 16, 14


Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Schneider-Schnitzius

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